Mit der Kanti Glarus ins Weltall
Die studentische Raumfahrtinitiative Schweiz (Aris) setzt sich aus rund 300 Studierenden verschiedener Schweizer Universitäten zusammen. Aktuell steht ein Projekt des Vereins im Zentrum: Die Forschungsrakete Helvetia. Diese von Aris entwickelte Rakete soll ein Experiment auf knapp zehn Kilometern Höhe bringen, um ein selbst entwickeltes Dämpfungssystem zur Minderung von Vibrationen zu testen, wie die Verantwortlichen mitteilen.
Das Team will den studentischer Raketenwettbewerb Space America Cup in Texas gewinnen, der in rund drei Wochen stattfindet. Ein wichtiger Meilenstein wurde soeben erreicht, wie Mike Reist, Pressesprecher von Aris, zitiert wird: «Die ‹Hot Firings› Triebwerkstests mit Zündung, konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Das Triebwerk wurde danach sowohl mechanisch wie auch elektronisch vollständig in die Forschungsrakete integriert.»
Bildung durch fruchtbaren Austausch
Die Kantonsschule Glarus konnte die Studierenden dabei mit einem entscheidenden Bauteil unterstützen. Denn das hauseigene Zukunftslabor rund um das Thema Robotik, ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern der Kantonsschule, anspruchsvolle Teile zu fertigen. Es ist eine Zusammenarbeit, die funktioniert. Reist drückt es so aus: «Wir sind alle Weltraum-Enthusiasten und möchten junge Leute für ein Mint-Studium begeistern. Mit unseren Forschungsraketen zeigen wir, was möglich ist.» Das ist ganz im Sinne von Peter Aebli, langjähriger Rektor der Kantonsschule Glarus und Unterstützer von Aris: «Durch die Zusammenarbeit wird ein einzigartiger Austausch zwischen Gymnasium und tertiärer Stufe ermöglicht. Unsere Schülerinnen und Schüler erhalten so konkrete und wertvolle Einblicke in die Studienrichtungen, die sie dereinst mal anpacken werden.» Aris begleitet und unterstützt interessierte Schülerinnen und Schüler bei ihren Maturaprojekten.
Der nächste Schritt Richtung Orbit
Während die Forschungsrakete Helvetia dieses Jahr zehn Kilometer Höhe erreichen soll, arbeitet ein weiteres Aris-Team bereits mit Hochdruck am nächsten Schritt, wie die Verantwortlichen weiter schreiben. Um noch in diesem Jahrzehnt in den Weltraum zu gelangen, braucht Aris einen neuen Triebwerkstyp: Ein Flüssigtreibstoff-Triebwerk, vergleichbar mit jenen Triebwerken, die auch Space X, das Unternehmen von Elon Musk, nutzt. «Die Komplexität ist ungleich höher als bei den bisher verwendeten Triebwerkstypen, da sowohl Treibstoff wie auch Oxidationsmittel flüssig sind», erklärt Reist. «Um die dafür notwendigen Tests sicher und effizient durchführen zu können, entwickelten und bauten wir einen komplett neuen Teststand. Bald stehen die ersten Tests an.» Auch bei diesem Projekt sei die Kantonsschule Glarus wieder mit an Bord und unterstütze die Studierenden mit Bauteilen.
Das Projekt braucht Geld
«Viele Unternehmen aus dem Space-Umfeld nehmen Aris als wertvolle Schmiede künftiger Ingenieurinnen und Ingenieure wahr», sagt Reist. «Wir werden deshalb mittels Industriesponsoring unterstützt. Der grösste Teil entfällt dabei auf ‹Value in Kind› Sponsoring, also Sachsponsoring.» Um auch Private an der Mission in den Weltraum teilhaben zu lassen, plant Aris eine Crowdfunding-Kampagne. «Alle Unterstützenden erhalten Goodies wie Führungen im Raketenhangar, Aris Hoodies oder unsere legendären Rocket Socks», verspricht Reist. (red)