Mehr wie nur kochen und bügeln
von Jasmin Schnider und Benjamin Repolusk
Die Jagd, Holz fällen oder Silvestersingen sind typische Traditionen, die – wenn auch nicht mehr so häufig wie früher – hauptsächlich von Männern ausgeübt werden. Doch was sind typische Traditionen der Frauen? Waschen, bügeln und kochen wohl kaum. Solche Fragen stellt sich auch das Frauenkulturarchiv Graubünden und sucht deshalb nach Traditionen von Frauen in den Bündner Gemeinden.
«Unser Auftrag ist es, das kulturelle Erbe der Frauen in Graubünden zu erhalten und aufzuarbeiten», erklärt Mitgründerin und Leiterin Silke Margherita Redolfi in einem Interview mit Radio Südostschweiz. Und das schon seit bald einem Vierteljahrhundert, denn am 1. Oktober dieses Jahres feiert das Frauenkulturarchiv Graubünden seinen 25. Geburtstag. Und in diesem Jahr möchte das Archiv seinem Auftrag auf eine besondere Art und Weise nachkommen.
Auf der Suche nach vergessenen Handwerken
Die bekannteste Frauentradition in Graubünden ist vermutlich der Bündner Kreuzstich. Ein weiteres grosses Kapitel seien Koch- und Backrezepte, wie beispielsweise für die Bündner Spezialität Birnenbrot, so Redolfi. Doch das werde noch lange nicht alles sein, ist sie überzeugt: «Über Frauen in Graubünden und ihre Traditionen weiss man viel zu wenig. Das wollen wir aufarbeiten.»
Deshalb fordert Redolfi auf Social Media Nutzerinnen und Nutzer dazu auf, spezielle Traditionen aus der eigenen Familie zu teilen. Das könnten Wissen über Heilpflanzen und Garten, Rezepte, Gegenstände oder auch Gedichte sowie Lieder sein, die über Generationen hinweg immer weiter gegeben wurden.