Mehr Wasser in Nummer 89
Das Resultat ist eine substanzielle Vernässung des bereits bestehenden Moorgebiets «Turbenmühle» im Bereich Grossweid im Laret.
Das Mosaik aus Hoch- und Flachmooren auf der von Senken durchzogenen Ebene im hinteren Laret zeigt exemplarisch, wie sich die Einstellung und die Wertschätzung zu und von Mooren in den letzten hundert Jahren veränderte. Den Ursprung des heutigen Moores vermutete der bekannte Geobotaniker Elias Landolt in einem ausführlichen Aufsatz in der Davoser Revue, Nr. 3 von 1976, in einem Toteisloch in der Lareter Mulde nach dem Abschmelzen der Eispanzer der letzten Eiszeit. Biologin Maria von Ballmoos, die 2004 die erste Renaturierung begleitete, schätzte sein Alter auf rund 10 000 Jahre.
Torfabbau für die «Gasi»
Als ertragsarmer, nasser Boden wurde das Gebiet über die Jahrhunderte bestenfalls als Weide genutzt. Als 1905 in unmittelbarer Nähe das Gaswerk gebaut wurde, besann man sich auf den im Hochmoor lagernden Torf als Brennstoff und begann, ihn zu nutzen. «Der Abbau des Torfes hat offenbar nicht den erhofften Ertrag ergeben», schrieb Landolt vor fast fünfzig Jahren. «Jedenfalls wurden die restlichen zwei Drittel des Hochmoores verschont.» Doch neues Ungemach drohte von der 1914 gleich neben der «Gasi» erbauten Kehrichtverbrennungsanstalt. Dieses für die damalige Zeit revolutionäre Unternehmen ging mit dem Feuchtgebiet nicht eben zimperlich um. Bis zur Schliessung 1944 wurden die Verbrennungsschlacken einfach ins an die Anlage grenzende Gebiet gekippt und bildeten schliesslich einen Hügel, der das Moor heute in zwei Teile teilt.