Mehr «Hallo» als «Bun di»
«Allegra», «Buongiorno» oder doch «Grüazi»? Kein Kanton in der Schweiz ist so geprägt von den Landessprachen wie Graubünden. Gleichzeitig ist er der einzige Kanton, in dem Rätoromanisch eine offizielle Amtssprache ist. Wegen dieser Vielfalt wird Graubünden oftmals auch als kleine Schweiz innerhalb der Schweiz bezeichnet. Im Kanton wird Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch gesprochen. Folgende Grafik veranschaulicht die Sprachgebiete in Graubünden, mit Fokus auf Rätoromanisch mit den verschiedenen Idiomen:
Die unterschiedlichen fünf Idiome (Dialekte) innerhalb der rätoromanischen Sprache sorgen für eine Sprachvielfalt unter den Regionen. Denn Rätoromanisch ist nicht gleich Rätoromanisch. Als Amtssprache wird aber stets Rumantsch Grischun verwendet, welches eine gemeinsame, einheitliche Schriftsprache der Rätoromanen darstellt.
Spürbarer Wandel
Die Verteilung der Landessprachen hat sich in den letzten 50 Jahren schweizweit verändert. Die Anteile des Deutschen, Italienischen und Rätoromanischen als Hauptsprachen sind zurückgegangen, während jene des Französischen und anderer, fremder Sprachen angestiegen sind. Dies ist auf der Grafik des Bundesamts für Statistik (BFS) ersichtlich:
Der Anteil der Personen, die eine Nichtlandessprache als Hauptsprachen angeben, hat laut BFS stark zugenommen. Dies sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass seit 2010 mehrere Hauptsprachen angegeben werden können (sogenannte Strukturerhebung). Von 1970 bis 2000 liegen die Zahlen einer Volkszählung vor.