Mehr Bündner Arbeitskräfte nehmen Laufbahnberatung in Anspruch
von Kristina Schmid und Manuela Meuli
Seit einem Monat ist die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BSLB) im Kanton Graubünden für alle kostenlos. Die Bevölkerung freuts. «Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten», sagt Bruno Juhasz, Abteilungsleiter der BSLB. «Die Anfragen sind gestiegen, die Termine vereinbart. Der Effekt ist bereits spürbar.»
Die Anfragen sind gestiegen. Der Effekt ist bereits spürbar.»
Bruno Juhasz, Abteilungsleiter der BSLB
Das zeigt sich auch bei den Zahlen. Seit Anfang Jahr sind rund 40 bis 45 neue Anmeldungen bei der BSLB reingekommen. So viele Personen werden zurzeit also beraten. Verglichen mit dem Vorjahr ist das eine Steigerung, gab es doch in der gleichen Zeitperiode 2021 lediglich zehn bis 15 Anmeldungen in der Erwachsenenberatung. «Der Vergleich hinkt aber. Es ist, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen», meint Juhasz. «Nicht nur, weil es im vergangenen Jahr nicht kostenlos war, sondern auch, weil es das Projekt Viamia da noch nicht gab.»
Viamia ist ein nationales Projekt, bei dem elf Kantone mitmachen. Erwachsene, die 40 Jahre alt sind oder älter, erhalten kostenlos eine Laufbahnberatung. Im Kanton wird diese spezifische Beratung an allen Standorten der BSLB angeboten, also in Chur, Davos, Samedan, Ilanz, Thusis, Roveredo und Poschiavo. «Wir haben einige unserer Berater bewusst auf Viamia spezialisiert, die sich jetzt in diesem Bereich einarbeiten. Wir haben also ein Kernteam gebildet», so Juhasz.
Sozial Benachteiligte nicht benachteiligen
In Graubünden richtet sich das Projekt Viamia wie überall an Menschen, die älter als 40 Jahre sind. Im Unterschied zu anderen Kantonen ist die Beratung aber nicht nur für diese kostenlos, sondern für alle Altersgruppen. «Dieses Projekt hat unsere nachfolgende Entscheidung, die Beratung im Kanton generell kostenlos anzubieten, sicherlich beeinflusst», sagt Juhasz.