Mehr Blaulicht und Sirenen
von Marco Lüthi und Ueli Weber
Mittwochabend gegen 20.30 Uhr: Lautes Gebrülle ist beim Bahnhof Glarus zu hören. In einer Gruppe sind eine Frau und ein Mann kurz davor, einander an die Gurgel zu gehen. Eine Passantin ruft die Polizei. Einige Minuten später ist diese mit sechs Einsatzfahrzeugen vor Ort. Die Beamten bringen die Situation rasch unter Kontrolle und weisen die beiden «altbekannten» Streithähne vom Bahnhofareal.
Was nach einem unverhältnismässigen Grossaufgebot aussah, wird in den nächsten Wochen zur Normalität. Zum Schutz vor einer möglichen Ansteckung durch das Coronavirus ist bis auf Weiteres in jedem Polizeifahrzeug nur noch eine Person unterwegs, wie Sprecher Kurt Baumgartner sagt. «80 Zentimeter auseinander zu sitzen, und dies jeweils über eine längere Zeit, reicht als Eigenschutz nicht aus.» Somit werden künftig auch bei anderen Einsätzen, wie etwa bei Verkehrsunfällen oder nach einem Einbruch, doppelt so viele Polizeiautos vor Ort zu sehen sein.
Die aktuelle Corona-Pandemie hat noch weitere Auswirkungen auf die Arbeit der Glarner Polizei. Als präventive Massnahmen wurden laut Baumgartner gestaffelte Büroarbeitszeiten eingeführt, interne Ausbildungen abgesagt, und statt Sitzungen werden Telefonkonferenzen abgehalten.
Auch im Umgang mit der Bevölkerung halte sich die Polizei an die kommunizierten Verhaltens- und Hygienevorschriften des Bundes, erklärt Baumgartner. Allerdings werde bei einer Verhaftung das Social Distancing, also genug Abstand zu halten, wohl oder übel nicht möglich sein.
Beizen und Läden halten Weisung ein
Seit Dienstag müssen alle Restaurants und Bars sowie viele Geschäfte geschlossen haben. Ob sie sich auch an die Weisung des Bundesrates halten, kontrolliert die Glarner Kantonspolizei. Wie Sandro Magni, Chef der Regionalpolizei, sagt, werden die Massnahmen der Verordnung «mehrheitlich sehr gut umgesetzt und eingehalten». Die Polizei musste demnach nur bei sehr wenigen Betrieben eingreifen. «Hauptsächlich, weil der Verordnungstext nicht richtig verstanden wurde», sagt Magni.