Matterhorn: Trumpf soll Gipfel weglasern
Grossauftrag – in wahrsten Sinne des Wortes – für eine Prättigauer Firma: Die markante Bergspitze des Matterhorns dürfte bald der Vergangenheit angehören. Denn das Hochtechnologieunternehmen Trumpf soll ab Spätsommer 2023 mit dem fünf Tonnen schweren Superlaser «TruGranite» die obersten Meter des Gipfels abschneiden. Im Schweizer Kanton Wallis sorgen die Pläne für Begeisterung, denn die Tourismusregion hat mit der zum Plateau umgebauten Bergspitze grosses vor. Mit Hilfe eines Lasers soll deshalb ein Stück des Gipfels abgetragen werden, so dass ein Plateau entsteht. Denn trotz aller Berühmtheit des Wahrzeichens ärgern sich immer wieder Touristen, Bergsteiger und Fotografen über die markante Spitze, weil darauf nur wenige Gipfelstürmer Platz finden. Für das technologisch höchst anspruchsvolle Unterfangen soll Trumpf auf einen der weltweit stärksten Laser zurückgreifen, der bereits im Sommer 2021 auf dem Schweizer Berg Säntis in den Himmel strahlte, um Blitze unschädlich zu machen.
Säntis-Fehlschuss führte zum Matterhorn
«Eigentlich war unser Blitzableiter-Projekt sogar ausschlaggebend für das Matterhorn-Programm», sagt Thomas Metzger, der zusammen mit seinem Team bei Trumpf Scientific Laser in München den Matterhorn-Schnitt in die Tat umsetzen soll. Denn damals auf dem Säntis seien beim Blitzableiter-Testlauf versehentlich die falschen Koordinaten eingegeben worden: Anstatt auf die Gewitterwolken zielte die Laserkanone auf die Spitze des gegenüberliegenden Wildhuser Schafbergs. Dadurch zertrümmert der Laser rund einen halben Meter des 2373 Meter hohen Gipfels.
«Einer unserer englischen Forscher, ein begeisterter Bergsteiger, meinte daraufhin: Dem berühmten Thompson R. Keystone hätte das gefallen. Der wollte – in seinen Worten – «the bloody sad slanting mountain top» (Engl.: die verdammt schräge Spitze) des Matterhorns begradigen, ihm hätte aber damals das Werkzeug dafür gefehlt. Nachdem ich Keystones Vision zum Matterhorn dann nachgelesen hatte, konnte ich mir dieses prestigeträchtige Projekt geradezu bildlich vorstellen», erklärt Thomas Metzger.