Marco Blumer geniesst auf alten Töffs «Lebensfreude pur»
von Sabrina Manser
Der sandfarbene Wohnblock in Ennenda scheint ein Wohnblock wie jeder andere zu sein. Doch die Erdgeschoss-Wohnung ist für einige ein kleines Paradies. Sobald man über die Schwelle tritt, riecht es nach Schmieröl, und es ist klar: Man steht in einer Werkstatt.
Marco Blumer bewahrt hier etwas Besonderes auf. Er zieht die Vorhänge beiseite, und die in der Mitte stehenden Motorräder kommen erst richtig zur Geltung. Es sind zwei Oldtimer-Motorräder, «Motosacoche». Sie stammen von 1930 und 1932, das eine für Ausfahrten, das andere für Rennen.
«Mir gefällt die Eleganz der Motorräder aus den 1930ern», erklärt der 53-Jährige, und man sieht ihm die Freude an. Seine Hand ruht auf dem Ledersitz, und er erklärt, dass diese Motorräder in Genf produziert worden sind.
Restauriert und aufpoliert
Die Töffs waren nicht immer so perfekt poliert, lackiert und gepflegt. Das eine Motorrad hat Blumer im Internet ergattert. Drei, vier Jahre hat er in die Restaurierung investiert. «Mit einem Kollegen zusammen haben wir fast alles selber gemacht», sagt Blumer. «Ich finde es schön, wenn man gemeinsam solche Projekte hat.» Ausserdem herrsche in dieser Szene eine hohe Hilfsbereitschaft, die er sehr schätze.
Es macht Spass, wenn man mit seinem alten ‹Chlapf› jüngere Modelle überholen kann.»
In der Werkstatt hängen Schraubenzieher und Schraubenschlüssel, der Grösse nach geordnet. Auf einem Regal stehen unzählige Spraydosen, daneben auf dem Boden Benzinkanister. Die Wände sind verziert mit Plakaten von Motorrädern, und überall kleben weisse, ovale Startnummern. Sie stammen von Berg- und Rundstreckenrennen, die Blumer schon seit bald 20 Jahren fährt. Er reist dafür auch nach Italien, Frankreich, Österreich.