«Luag emal Ätti – I han a Knocha gfunda!»
Kinder machten in Fideris einen gruseligen Fund. In einem Aushub zwischen dem Fussballplatz und der Kirche entdeckten Kinder menschliche Knochen. Wie alt die Knochen genau sind, kann nicht eindeutig bestimmt werden, sicher ist nur, dass die Knochen nicht aus den letzten Jahrzehnten stammen.
Identifikation gestaltet sich schwierig
Hintergrund des Erdhaufens sind Bauarbeiten rund um die Kirche Fideris. Für eine Erneuerung der Drainage rund um die Kirche fuhren vor rund sechs Wochen die Bagger auf. Bei der Baustelle vor Ort war unter anderem auch Christoph Walser. Er ist Leiter des Baubereich Bau- und Bodenforschung des archäologischen Dienstes des Kantons Graubünden. «Wir wissen, dass die aktuelle Kirche im Spätmittelalter entstanden ist und es ist davon auszugehen, dass bereits davor an der gleichen Stelle bereits eine Kirche stand». Deshalb begleitete er und sein Team vom archäologischen Dienst die Aushubarbeiten.
«Bei solchen Aushubarbeiten ist die eindeutige Identifikation von teils stark fragmentierten Knochen schwierig. Die Aushube sind oft mit schlammigem Material verklebt und von pflanzlichen Wurzeln durchdrungen. Wenn grosse Schaufeln ausgehoben werden, kann es trotz grosser Sorgfalt vorkommen, dass noch ein Knochenfragment drinsteckt», sagt Christoph Walser weiter.
Gemäss Augenzeugen vor Ort wurden aber nicht nur kleine Knochenfragmente, sondern ganze Oberschenkelknochen einer ausgewachsenen Person gefunden.
Aushub ist nun zugedeckt
Weshalb die verantwortliche Bauunternehmung den Aushub zwischen Fussballplatz und Friedhof anfänglich für jedermann zugänglich war, ist unklar. Seit wenigen Tagen ist der Aushub nun zugedeckt, «aufgrund der aktuellen Wetterverhältnisse», heisst es von Seiten der Bauunternehmung.
Für den Vizepräsidenten der Gemeinde Fideris, Andreas Walli, ist das Nichtzudecken des Aushubes ein normales Vorgehen und auch, dass Kinder Knochenteile gefunden haben, empfindet er als unproblematisch. «Falls Kinder im Aushub dennoch ein Knochenstück finden, sehe ich die Eltern in der Pflicht mit den Kindern über die Geburt und den Tod zu sprechen. Es ist ja grundsätzlich nichts Schlimmes, was man dort findet», sagt Andreas Walli.
In rund ein bis zwei Wochen dürften die Bauarbeiten rund um die Kirche in Fideris beendet sein. Die ausgehobenen Knochen werden an gleicher Stelle wieder vergraben und können wieder in Frieden ruhen. (bae)