Leuthold: «Es war eine Frage der Zeit, wann die Mutation hier auftaucht»
Das Gesundheitsamt Graubünden hat die Hotels «Badrutt's Palace» und «Kempinski» nach einer Häufung von Fällen des mutierten Coronavirus unter Quarantäne gestellt. Ausserdem wurden in der Gemeinde die Schulen geschlossen und eine Maskenpflicht auf dem gesamten Gemeindegebiet eingeführt.
Radio Südostschweiz hat mit Rudolf Leuthold, Leiter des Gesundheitsamts Graubünden, über diese neue Entwicklung gesprochen. In den nächsten Tagen dürften weitere Erkenntnisse zu den Ereignissen in St. Moritz vorliegen, wie Leuthold erklärt. Festgestellt habe man die insgesamt zwölf Krankheitsfälle mit der mutierten Version des Virus im Rahmen von Routineuntersuchungen, die die Hotels mit seinen Angestellten durchgeführt haben, sagt Leuthold.
Eine Frage der Zeit
«Die betroffenen Hotels testen sehr umfangreich», so Leuthold, «ein Hotel, das nicht testet, findet auch nichts.» Es möge aber durchaus einen Zusammenhang damit geben, dass in diesen Hotels des Öfteren auch Gäste aus England wohnen würden. Das Oberengadin sei, neben Klosters, eine Destination, die von englischen Gästen bevorzugt würde.
Für Leuthold ist die aktuelle Situation wenig überraschend: «Die Frage war mehr, wann das Virus in dieser Form bei uns auftauchen würde.» In Chur seien bereits über die vergangenen Festtage einzelne Fälle der neuen Mutation aufgetreten. Dass die englische Mutation nun auch in weiteren Regionen des Kantons auftauche, sei gemäss Leuthold zu erwarten gewesen.