Warum sind Emotionen wichtig?
Gefühle gehören zum Leben dazu. Sie machen es vielseitig und bunt, manchmal traurig und manchmal fröhlich. Die Kompetenz, mit Gefühlen umzugehen, bauen wir schrittweise auf, und zwar von Kindesbeinen an. Was es dafür braucht? Wohlwollende Rahmenbedingungen und eine Haltung, die dem Kind vermittelt: Dein Gefühl darf sein.
Grundlegende Fähigkeiten im Umgang mit Gefühlen eignen wir uns vor allem in den ersten sechs Lebensjahren an. Schon Zwei- bis Dreijährige lernen im rasenden Tempo eine riesige Bandbreite an Emotionen kennen, die sie zum ersten Mal durchleben. In dieser Phase begreifen sie sich zunehmend als eigenständige Persönlichkeit. Gefühle nehmen sie unmittelbar, also vor allem sehr körperlich wahr. Sie empfinden Freude, Frustration, Stolz und vieles mehr.
Gleichzeitig wollen sie mit zunehmender Selbstwahrnehmung auch immer selbstständiger werden. Dabei stossen sie regelmässig an ihre Grenzen. Hierbei kann es aufgrund des eigenen Unvermögens oder der Wut über äussere Grenzen zu Gefühlsausbrüchen kommen, welche das Kind mitunter temperamentvoll und lauthals zum Ausdruck bringt..
Zum Glück sind Kinder lernbereit. So gelingt es ihnen mit der Zeit, ihre Emotionen wahrzunehmen und zu regulieren – auch mit Unterstützung von Bezugspersonen.
Schon Kleinkinder versuchen, Wege zu finden, um emotionale Erlebnisse zu bewältigen. Auch sie machen sich bereits auf die Suche nach Strategien der Emotionsregulation, um sich wieder zu beruhigen. Meist geschieht dies über einen körperlichen Ausdruck: Stampfen, Schreien, Schnauben, Boxen, Toben – die Palette ist so vielseitig wie die Kinder selbst. Eltern können unterstützen, indem sie geeignete Möglichkeiten anbieten, dem körperlichen Ausdrucksbedürfnis nachzugeben. Ebenso wirkungsvoll kann es sein, einen Rückzugsort anzubieten, an dem das Kind zur Ruhe findet. Gemeinsames Ein- und Ausatmen entspannt das Nervensystem, und nicht selten hilft eine liebevolle und wortlose Umarmung.
Bis zum vierten Lebensjahr haben Kinder in der Regel gelernt, auch Gefühle in ihrem Umfeld wahrzunehmen. Sie erkennen, dass jeder Mensch individuell reagiert und Emotionen unterschiedlich auslebt. In dieser Phase entwickeln wir unsere Empathiefähigkeit.