Quintacoira Kaffeerösterei
Eine Kaffeerösterei mitten in der Churer Altstadt: Quintacoira knüpft an alte Traditionen an. Bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es nämlich Kaffeeröstereien in der Altstadt.
Kaffeeröstereien findet man normalerweise im Industriegebiet. Die Kaffeerösterei Quintacoira hat sich jedoch bewusst für die Churer Altstadt entschieden. Das Erbe der alten Kaffeeröster weiterführen, direkten Kontakt zu den Menschen in der Gasse, das Handwerk des Röstens zugänglich machen, die Liebe zur Altstadt leben. «Für mich war klar: entweder Altstadt, oder gar nicht rösten», sagt Pasquale, der Gründer und Inhaber der Kaffeerösterei.. Mit wenig Kapital und viel Mut begann die Kaffeereise vor knapp fünf Jahren an der Herrengasse 7, wo heute Kaffee geröstet wird. «Glücklicherweise habe ich damals noch zu 50% als Deutschlehrer arbeiten können, so gings finanziell irgendwie auf. Ich merkte aber schnell, wo meine Leidenschaft liegt», erinnert sich Pasquale. Zur Rösterei kommt bald das Coffee Lab (Kaffeeschule) und das eigenen Caffè dazu. Alles im historischen Pfisterhaus im Herzen der Churer Altstadt: «Für mich der perfekte Ort, unsere Handwerkskunst den Leuten zu zeigen und besten Kaffee anzubieten. Wir verstehen uns als Kompetenzzentrum für Kaffee und wollen den Leuten unsere Begeisterung und Leidenschaft für guten Kaffee näherbringen und sie in allen Kaffeefragen begleiten. Da gehört vieles dazu. Für uns sind unsere Gäste und Kunden Helden, denn sie gehen weite Wege, um unseren Kaffee zu geniessen. Was gibt's schöneres?».
Quintacoira: Viel mehr als «nur» eine Kaffeerösterei
Von Beginn an war Pasquale klar, dass er sich bewusst für und sehr bewusst gegen einige Praktiken entscheiden würde. Für leckeren, hochwertigen Spezialitätenkaffee und gegen günstige Massenware. Für faire und transparente Handelsketten und gegen Dumpinglöhne und Ausbeutung. Für biologischen Anbau, Mischkulturen und Kleinbauernkooperativen. Gegen großflächige Monokulturen mit hohen Kosten für die Umwelt. Für Rohkaffeeeinkauf via direktem Handel eben. Quintacoira ist seit 2020 Mitglied einer Rösterkooperative, der Roasters United. Gegründet im Jahre 2010 von ein paar wenigen Röstern in Frankreich, Deutschland und Dänemark, umfasst die Gruppe aktuell bereits 22 Röster aus verschiedenen Ländern. Das Hauptziel von Roasters United ist der direkte Handel mit den Kaffeebauern respektive deren Kooperativen. Roasters United und Quintacoira können den Bauern eine Abnahmegarantie gewährleisten und finanzieren Ernten teilweise auch vor. Quintacoira verpflichtet sich, die Kaffeebauern zu besuchen. Im Januar besuchte Pasquale Kooperativen in Nicaragua und Honduras. Inzwischen sind die Kaffeeproduzenten zu Freunden geworden, was den Handel von Spezialitätenkaffee sehr vereinfacht. Die Preise, die Quintacoira für hochwertigen Kaffee bezahlt, liegen seit Jahren weit (mindestens das Doppelte) über dem börsenkotierten Kaffeepreis, den Bauern normalerweise erhalten. Für Quintacoira ist eine langfristige Nachhaltigkeit im Kaffeemarkt wichtig und kann nur dann geschaffen werden, wenn Preise und Qualität im Verhältnis stehen, wenn partnerschaftlich gedacht und langfristig geplant wird. Bei Quintacoira gibt's keine Geheimnisse. Zu allen Kaffees, die eingekauft werden, legt Quintacoira die Preise, Produzenten, Qualität und die Dauer der Partnerschaft offen. Auch das gehört zum Spezialitätenkaffee.