Freilichtspiel «Mein Bruder Klaus»
Ein Krieger, der trotz siegreicher Heimkehr nach langem innerem Ringen zum Einsiedler wird – und ein Mann von Heute, der nach einer existenziellen Krise seinen Lebenssinn neu überdenken muss: Das Freilichtspiel «Mein Bruder Klaus» erzählt eine Geschichte auf zwei Zeitebenen, nämlich die des Nationalheiligen der Schweiz Niklaus von Flüe und die des fiktiven Matteo in der Gegenwart.
Das eigens für die Bühne Thurtal erdachte und entwickelte Stück ist vieles in einem: Beziehungsdrama, streckenweise auch Komödie, ein Mysterien- und Singspiel, und vor allem Theater, das nachdenklich macht.
Es widmet sich den Lebenswegen zweier sogenannter «Aussteiger» und beleuchtet ihre inneren und äußeren Kämpfe. Die Zuschauer erleben einen spannend-lebhaften Wechsel zwischen historischen und zeitgenössischen Bildern, der die Schicksale der beiden Hauptdarsteller miteinander verknüpft.
Als der Hauptmann Niklaus von Flüe (der spätere Bruder Klaus) aus einem gewonnenen Krieg zurückkehrt und die schrecklichen Bilder vom Schlachtfeld nicht vergessen kann, spürt er tief im Inneren, dass diese Gräueltaten sein Leben auf immer verändern. Nichts ist mehr, wie es war – und sein Wunsch, sein Leben in Zukunft dem Herrgott zu widmen, wird stärker und stärker.
In der Neuzeit steht der Werbeagenturinhaber Matteo vor einer ähnlichen Herausforderung. Eine existenzielle Krise wirft ihn aus der Bahn, bringt ihn in eine Burnout-Klinik – und zwingt ihn, seine Werte und den Lebenssinn zu überdenken. Es beginnt ein langer Weg, bis Matteo schließlich seinen Platz im Leben wiederfindet. Helfen wird ihm dabei auch Trudi Huber, eine Mitpatientin, die sich abwechslungsweise für die legendäre französische Schauspielerin Sarah Bernhardt, für die Operndiva Maria Callas oder die Rockröhre Tina Turner hält.. Die Leichtigkeit, die durch die Rolle der Trudi in das Stück Einzug hält, sorgt auf gekonnte Weise angesichts der tiefgehenden Themen immer wieder für Heiterkeit und Entspannung beim Publikum.