Kulturveränderung wird greifbar
Der Familienberg Madrisa ob Klosters Dorf ist bereits seit einigen Jahren bekannt für sein Engagement im Bereich der Bereitstellung von barrierefreien Angeboten. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, wurde die Saaser Alp am Montagmorgen als Veranstaltungsort für die Klosterser Schulung ausgewählt. Doch auch in Davos gibt es mittlerweile eine ansehnliche Anzahl entsprechender Angebote. Hier traf man sich nachmittags beim Strandbad am Davosersee, denn seit kurzem schwimmt hier das erste rollstuhlgängige Pedalo der Schweiz. Doch dazu später mehr.
Auf gutem Wege
Begrüsst wurden die Schulungsteilnehmenden von Valérie Favre Accola, Leiterin der Regionalentwicklung, bei der das Projekt «Davos Klosters Access Unlimited» verankert ist. Ebenso zugegen waren von der Pro-Infirmis-Fachstelle «Inklusion» Markus Böni und Andrea Stebler. In seinem Referat ging Böni auf verschiedene Begrifflichkeiten ein, denn «Inklusion» bedeutet nicht das Gleiche wie «Integration». Letzteres heisse, dass alle miteinander gemeinschaftlich die Gesellschaft formen – und Personen mit Einschränkungen nicht nur als «Sondergruppe» miteinbezogen werden. «Wir müssen die Stärken der einzelnen Menschen hervorheben, nicht ihre Schwächen», betonte der Fachstellenleiter. Man sei aber bereits auf gutem Wege, und eine Kulturveränderung sei in vollem Gange. «Ein rollstuhlgängiges Pedalo in Davos hätten wir uns vor ein, zwei Jahren noch nicht vorstellen können.» Böni hob zudem hervor, dass eine stattliche Anzahl Menschen von barrierefreien Angeboten profitieren würden. Für rund 10 Prozent der Einwohner in der Schweiz sei die Barrierefreiheit zwingend erforderlich, sei dies, weil sie beispielsweise im Rollstuhl sitzen oder blind sind. Für 30 bis 40 Prozent der Menschen sei eine barrierefreie Zugänglichkeit notwendig, beispielsweise für ältere Leute mir Rollatoren. Und für 100 Prozent der Menschen seien die Massnahmen einfach komfortabel. Als Beispiel nennt Böni die Umbauten von Seilbahnstationen. Bei älteren Stationsgebäuden führt der Zugang zu den Gondeln oft über enge Treppen. Heute versuche man, die Wege möglichst einfach zu halten – dies komme auch Personen ohne Einschränkungen zugute.