Lausbuben sind keine Dreckspatzen
von Andri Dürst
Wenn Sie sich beim Lesen dieses Artikels am Kopf kratzen, dann hoffentlich nicht wegen Läusen. Doch die kleinen Krabbler machen es sich auch im Jahr 2024 noch gerne bequem auf der Kopfhaut des Menschen. Betroffen sind meistens Kinder. Kein Wunder also, kommt den Schulen eine wichtige Funktion bei der Bekämpfung von Läusen zu.
In den Bündner Gemeinden wird die Lauskontrolle unterschiedlich gehandhabt. Während an einigen Orten Lausfachpersonen nur bei Bedarf aufgeboten werden, müssen Schülerinnen und Schüler in anderen Kommunen fix einmal pro Jahr zur Untersuchung antreten. So auch in den Primarschulhäusern Igis, Landquart und Mastrils, wo nach den Sommerferien eine flächendeckende Kontrolle durchgeführt wird. Eine der dort eingesetzten Laustanten ist Ursina Kasper. Laustante? Darf man das überhaupt noch sagen? «Selbstverständlich», meint die aufgestellte Coiffeuse im Gespräch. Sie ergänzt, dass sie nicht nur nach den Sommerferien aufgeboten werde, sondern bei Bedarf auch unter dem Jahr in betroffene Schulklassen komme, um die Köpfe der Schützlinge auf Läuse oder Nissen – also Eier – zu untersuchen.
Essig und Mayonnaise haben nichts auf dem Kopf verloren
Doch wieso sind meist nur Kinder von diesem Parasitenbefall betroffen? «Die Läuse gehen von Kopf zu Kopf. Da Kinder ihre Häupter viel öfters zusammenstecken als Erwachsene, können sich die Parasiten einfacher ausbreiten», antwortet Ursina Kasper. Doch Kinder könnten die Krabbler auch an ihre Eltern übertragen. «Und diese merken es oft sehr spät.» Um eine klassische Behandlung kommt man dann nicht drum herum. Die Laustante betont, dass man dafür wirklich nur Spezialmittel aus der Drogerie oder Apotheke verwendet. Von «selbst gebrauten» Mittelchen – es scheint auch schon vorgekommen zu sein, dass Essig oder gar Mayonnaise zum Einsatz kam – rät sie dringend ab.