«Kommt, es wird toll»
Davos habe sie mit diesem wunderschönen Ort gelockt, sagt die begeisterte Skifahrerin gleich zu Beginn des Gesprächs. Obwohl sie sicherlich nicht zu verachten sind, sind damit keineswegs die Pisten rundherum gemeint, sondern der seit gut einem Jahr eröffnete Kulturplatz. «Das ist ein toller Ort, da will ich hin», erinnert sich Riga an das erste Kennenlernen. Nach zwölf Jahren als Chefdisponentin am Theater St. Gallen sei es für sie Zeit gewesen für eine Grunderneuerung. Die fand sie nun in Davos. «Zum Glück fehlt mir nun nur noch eine passende Wohnung.»
Im Juni hatte sie bei «Davos is(s)t rosarot» noch ihre ins Unterland zurückgekehrte Vorgängerin Ute Haferburg verabschiedet, nun freut sie sich unheimlich auf die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe am Samstag, 10. September mit «Davos is(s)t grün». «Genau so etwas ist es, was ich mir unter einem Kulturplatz vorstelle.» Allerdings ist für die neue Leiterin auch klar: «Der Veranstaltungsort muss der Bevölkerung weiter vertraut gemacht werden». Da sieht die neue Geschäftsführerin eine ihrer Aufgaben. So gelte es, neues Publikum anzulocken, auch wenn sie weiss: «Ein solches Haus braucht Zeit, um sich zu etablieren.» Ob der Kino-Blockbuster oder das wissenschaftliche Podiumsgespräch, der Kulturplatz bietet eigentlich für alle etwas. «Gerade das sind doch Chancen. Unser Foyer ist eines der schönsten, und hier kann man verweilen und über das Gehörte und Erlebte diskutieren.»
Junge abholen
Zusammen mit den etablierten Programmmachern will sie nun herausfinden, was das Publikum eigentlich will, hat aber auch eigene Ideen. So möchte sie bei der Musik noch zusätzliche Stilrichtungen in den Kulturplatz holen, und auch bei den Jungen sieht sie Potenzial. «Der Arkadenplatz ist für sie doch ein beliebter Treffpunkt», sagt Riga. «Nun müssen wir den Kulturplatz so charmant machen, dass sie auch hier reinkommen.» Sie habe da schon einige Ideen, aber die seien noch nicht spruchreif.
Bildungsauftrag
Dagegen hat die Geschäftsführerin auch einen gewissen Auftrag zur Wirtschaftlichkeit. Zwar sei der Kulturplatz vorwiegend durch die Gemeinde finanziert, und «Kunst und Kultur sind nie Selbstläufer, aber sie sind wichtig und nötig», sagt Riga. Denn ihnen würde auch ein Bildungsauftrag innewohnen. «Neue Ideen oder Fragen des Zeitgeistes können in diesem Rahmen aufgenommen und auf spielerische Weise weitergegeben werden.» Ein gutes Beispiel dafür ist für sie das Thema «Frauenstimmrecht», das vor 50 Jahren in Graubünden eingeführt wurde. Zum Anlass dieses Jubiläums gibt es am Samstag, 27. August, im Kulturplatz eine Ausstellung, eine Performance und Diskussionsmöglichkeiten (siehe Box). Das Thema sei grundsätzlich spannend, und dass das ganze Programm ausschliesslich von Frauen konzipiert und dargeboten werde, sei für sie das Tüpfelchen auf dem I. Wie bei so vielen anderen Gelegenheiten ist daher Rigas Aufforderung: «Liebe Davoser, kommt zu uns, es wird toll.»