Kanton will Frösche, Kröten und Molche besser schützen
Noch hocken sie gemütlich in frostfreien Löchern un-ter der Erde oder suhlen sich träge in Tümpeln. Sobald die Temperaturen weiter steigen und der Frühling anbricht, beginnt für die Frösche, Kröten, Molche und Salamander im Linthgebiet die aktive Jahreszeit.
Bloss: Um die Laichgebiete in der Region steht es nicht gut. Sechs der 14 in der Region bekannten Arten sind stark gefährdet (siehe Infokasten). Um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen, lancierte das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (Anjf) 2016 erstmals ein umfassendes Monitoring. Während vier Jahren untersucht das Naturmuseum St. Gallen die diversen geschützten Laichgebiete im Linthgebiet. Wo nötig werden Verbesserungen beschlossen und umgesetzt. Kürzlich wurde der jüngste Bericht veröffentlicht.
Dringende Eingriffe nötig
Jonas Barandun ist kantonaler Beauftragter für Amphibienschutz und für die Organisation und Durchführung des Monitorings zuständig: «Im Projekt haben wir erstmals alle bedeutenden Amphibienlaichgebiete kontrolliert, deren Zustände dokumentiert und den Handlungsbedarf festgelegt», erklärt er.
Im Linthgebiet wurden 28 solcher Laichgebiete untersucht. In 17 davon muss laut Barandun dringend etwas für die Amphibien gemacht werden: «Das Problem ist oft, dass Laichgebiete verlanden oder verschilfen. Die Tiere brauchen aber offene Wasserflächen.» Dieses Problem mache sich beispielsweise in der Schmerkner Allmeind nördlich des Linth-Kanals bemerkbar. Um die offenen Wasserflächen wiederherzustellen und die Bedingungen für die Amphibien zu verbessern, seien dort Investitionen nötig.
Hunderte werden überfahren
Wichtig ist laut Barandun auch, dass die 68 untersuchten Laichgebiete von nationaler Bedeutung besser vernetzt werden, um die Verbreitung der Tiere zu fördern. «Das Kaltbrunner Riet ist beispielsweise das Ausbreitungszentrum für sämtliche Laubfrösche in der Region. Wenn es irgendwo in der Linthebene Laubfrösche gibt, dann kamen sie ursprünglich von dort», erklärt Barandun.