Ist der Bündner Instagram-Star ein Betrüger?
In einer ausführlichen Reportage des Online-Formats «Bento» wird Dario Widmer beschuldigt, mit Fake-Gewinnspielen seine Anzahl Follower auf Instagram erhöht und damit fett Kasse gemacht zu haben. Der Bündner Influencer will von diesen Vorwürfen nichts wissen, wie er auf Anfrage von «20 Minuten» angibt und kündigte eine kommende Stellungnahme an, sobald er aus den Ferien zurück ist – bezahlten «Instagram»-Ferien versteht sich.
Ob die Geschichte nun stimmt oder nicht, wir fragen uns, wie das Ganze überhaupt funktioniert. Im Gespräch mit unserem Leiter Dialog, Claudio Candinas, zeigt sich: Wer auf Social Media schwindelt, wird früher oder später von Wolke Sieben absteigen.
Wie kann man sich auf Instagram Follower «erschwindeln»?
Claudio Candinas: Primär gilt zu sagen, dass sich Follower zu «erschwindeln» mittelfristig für niemanden lohnt. Es gibt verschiedene Wege, rasch an neue Follower zu kommen.
Eine Methode wäre beispielsweise, ein Gewinnspiel zu erfinden – was ja auch Gegenstand der aktuellen Diskussion um den Bündner Influencer ist. Simples Beispiel: «Like das Bild und hinterlasse den Comment 'Yippie' und vielleicht gewinnst Du in einer Woche den wunderbaren Luxusschlitten im Bild…». Das dürfte wohl oder übel ziemlich gut funktionieren – bis irgendjemand merkt, dass es kein Gewinnspiel, geschweige denn den besagten Luxusschlitten zu ergattern gibt. Resultat: Ein mittlerer bis grosser Image-Schaden für den betreffenden Influencer.
Eine andere, für den Influencer mit Kosten verbundene Methode wäre, sich über einschlägige Websites ein paar Tausend Follower zu kaufen (die Preise sind erschreckend günstig) oder gar einen Bot zu nutzen, der gar Interaktionen imitiert. Ersteres ist schlicht und einfach unnötig und dumm. Die zweite Variante kann im Bezug auf Kundenbeziehungen gar rechtlich Konsequenzen haben.