Internationaler Tag der Frau
Mit einem solchen «eigentlich hätte» leben zurzeit die lokalen Frauenorganisationen. Denn eigentlich hätten die Bäuerinnen und Landfrauen, die Business and Professional Women, die Bündnerinnen-Vereinigung, der Frauenbund, der katholische Frauenverein und die Soroptimist International in Zusammenarbeit mit der Kunstgesellschaft Davos wieder zu einem ihrer bewährten und beliebten Anlässe geladen. Es hätte eine Begegnung mit Sonja Hasler, Moderatorin beim Schweizer Fernsehen, sein sollen. Geplant war ein Ausflug hinter die Kulissen von Sendungen wie «Rundschau», «Arena» oder der Radio-Talkshow «Persönlich». Dabei hätte die erfahrene Medienfrau von ihrem Werdegang berichten sollen, die Frauen teilhaben lassen an ihrem Berufsalltag und dabei etwas aus dem Nähkästchen plaudern. Nur eben, coronabedingt musste der auf Montag, 8. März, angesetzte Anlass abgesagt werden. Die Einladung an Sonja Hasler bleibt jedoch aufrecht und der Anlass wird um ein Jahr verschoben.
In seinen Ursprüngen galt der seit über hundert Jahren institutionalisierte Internationale Tag der Frau dem Kampf um die Gleichberechtigung, dem Wahlrecht für Frauen sowie der Emanzipation von Arbeiterinnen. Viele dieser Anliegen sind inzwischen umgesetzt. Auch wenn der Weg dahin oft ein langer und steiniger war. Wir erinnern uns, dass das Frauenstimm und -wahlrecht in der Schweiz erst seit 50 Jahren Realität ist. Wir erinnern uns auch, dass die Gleichheit der Geschlechter noch lange keine Selbstverständlichkeit ist. Im Gegenteil, die Coronapandemie liess alte Rollenbilder und Geschlechtsstereotypen wieder aufleben: Frauen stellen die Mehrheit in sozialen und Pflegeberufen. Sie übernehmen etwas dreimal so viel unbezahlte Pflege- und Betreuungsarbeit wie Männer und leisten nach wie vor den Grossteil bei der Hausarbeit und bei der Kinderbetreuung. Entsprechend führte die Pandemie bei den Frauen zu einer erhöhten Arbeitsbelastung. Daran soll erinnert werden, wenn die UNO 2021 den Internationalen Tag der Frau unter das Motto stellt: Frauen in Führungspositionen: Für eine ebenbürtige Zukunft in einer Covid-19-Welt.