In die Schulen der Region kehrt wieder Leben ein
Die Erstklässler im Uzner Schulhaus Letzi rutschen auf ihren Stühlen hin und her. Die Kirchenglocke läutete gerade acht Uhr; Lehrerin Sabine Schwarzenbach wartet aber noch, bis sie den Unterricht beginnt: «Erst wenn Levin seine Hände gewaschen hat, fangen wir an.» Schüler Omer stellt währenddessen fest, dass gar nicht mehr so viele Kinder da sind wie sonst, sein Kollege Adrian fragt darauf: «Wenn chömed die andere?» Lehrerin Schwarzenbach erklärt, dass diese am Nachmittag Unterricht haben.
So organisiert die Schule Uznach über alle Stufen hinweg den Halbklassen-Unterricht: Am Vormittag kommt die eine Hälfte, am Nachmittag die andere. Der Turnus wird jeden Tag gewechselt, sodass die Schüler abwechselnd morgens oder nachmittags frei haben.
Die Freude über den Wiederbeginn des Präsenzunterrichts ist sowohl der Lehrerin als auch den Kindern anzumerken. Die Uzner Schüler plaudern quer durcheinander. Frau Schwarzenbach muss sie ermahnen – und hat dabei ein Schmunzeln im Gesicht –, zuerst die Hände zu erheben, wenn sie etwas sagen wollen. Nach acht Wochen Homeschooling scheint diese Regel in Vergessenheit geraten zu sein.
Eine Ausnahme unter Tausend
Auch in Eschenbach zeigt man sich erfreut über den Schulstart. Schulpräsident Richard Blöchlinger sagt, das sei nicht nur bei den Schulleitern und Lehrkräften der Fall: «Ich behaupte, der überwiegende Teil der Kinder und Eltern sieht das genauso.» Er untermauert die Behauptung mit Zahlen: Von den rund 1150 Eschenbacher Schulkindern gibt es nur drei, bei denen die Eltern ein Absenzgesuch stellten. Bei der Organisation des Halbklassen-Unterrichts legte Eschenbach den Fokus darauf, dass die Regelungen zwischen den Ortsteilen Goldingen, St. Gallenkappel und Eschenbach identisch sind. Anders als in Uznach könne es unter den verschiedenen Schulstufen zu einem anderen Turnus kommen. Das sei wichtig, aus organisatorischen Gründen: «Wir verfügen über ein grosses Busnetz. Die Busse zirkulieren wieder wie vor dem Fernunterricht und müssen abgeglichen sein auf die einzelnen Schulhäuser», begründet Blöchlinger.