In die Davoser Geschichte eintauchen
«Augmented reality» (AR) – so lautet das Zauberwort, zu Deutsch «erweiterte Realität». Dank dieser Technologie kann jeder, der die App «Augmented Swiss Heritage» auf sein Smartphone geladen hat, in Davos auf Entdeckungstour gehen. Die App steht im App Store sowie im Google Play Store gratis für all jene zur Verfügung, die gerne etwas zur Davoser Geschichte erfahren möchten. Zur Auswahl stehen vier verschiedene Routen (Flüela, Wildbodenhaus, Schatzalpbahn und Promenade), entlang derer an knapp 30 Posten digital aufbereitete Sehenswürdigkeiten erkundet werden können. Die intuitiv zu bedienende App hilft dabei, die Stationen zum Leben zu erwecken. Dabei startet die Kamera, und man kann dank geschickter Positionierung einen virtuellen Gegenstand auf dem Display sehen. Teilweise werden auf diese Art und Weise aber auch Personen zum Leben erweckt, die dann aus dem Nähkästchen plaudern und die Nutzer mit der einen oder anderen Information überraschen.
Museumskatalog kam wie gerufen
Entstanden sei die Idee für eine solche App im Sommer 2020 an der Fachhochschule Graubünden (FHGR), erklärt Simonne Bosiers im Gespräch mit der DZ. Sie ist Dozentin am Institut für Multimedia Production, wo man schon länger mit AR arbeite. «Wir wollten explizit ein Produkt für den Tourismus kreieren. In dieser Branche werden bislang oft klassische Mittel eingesetzt. Wir möchten aber neue Technologien nutzen, um auch vermehrt Jugendliche anzusprechen», erklärt Bosiers. Bei der Suche nach Sponsoren habe man die Fühler in die Kantone Graubünden und St. Gallen ausgestreckt. Unter anderem sei man auch mit Davos in Kontakt gekommen und habe Anfragen an das Kirchner und das Heimatmuseum gerichtet. Mit der museumsübergreifenden Ausstellung zum «Mythos Davos» hätten diese eine ideale Grundlage für «Augmented Swiss Heritage» geliefert. Entsprechend viele Inhalte seien darum am Museumskatalog von «Europa auf Kur» angelehnt. Doch mit der Zeit habe sich die Frage gestellt, ob man nicht zu viele Mythos Davos und zu wenig architektonische Inhalte habe. «Davos bietet viel mehr, als wir am Anfang gedacht haben», meint die Wissenschaftlerin. Für die inhaltliche Aufbereitung zuständig war Bosiers FHGR-Kollegin Onna Rageth vom Institut für Tourismus und Freizeit (ITF), die als Kulturwissenschaftlerin das Projekt begleitet.