Hochzeitsgefühle im Gras
In Davos beginnt die Laichsaison immer etwas später als in tieferen Lagen, doch auch bei uns kriechen die wechselwarmen Tiere nun aus ihren Winterverstecken. Sie machen sich auf zu den Gewässern, in denen sie geboren wurden. Dort legen sie ihren Laich ab, um nach wenigen Tagen wieder in ihre Lebensräume zurück zu wandern. Die Zeit am und im Wasser verbringen sie damit, Partner zu finden und zu laichen. Mit etwas Vorsicht können nun an verschiedenen Teichen die Konzerte der Grasfrösche gelauscht werden. Die weiblichen Tiere verlassen das Wasser unmittelbar nach der Ablage des Laichs. Die Männchen bleiben in der Hoffnung auf eine weitere Begattungsmöglichkeit noch etwas länger.
Besonders bei nassem Wetter sowie in den Abend- und Morgenstunden sind die auf Feuchtigkeit angewiesenen Tiere unterwegs. Sind auf diesen Wanderungen Strassen zu überqueren, werden diese oft zur Todesfalle. An besonders exponierten Stellen hat der Ordnungsdienst der Gemeinde daher bereits entsprechende Hinweistafeln aufgestellt. Lenker von Fahrzeugen aller Art sind aufgefordert, das Tempo zu reduzieren und den wandernden Amphibien möglichst auszuweichen. Vielleicht könnte man auch mal einfach warten, bis die Querung vollendet ist, oder bei einem Tier Hilfestellung leisten? Wichtig ist dabei, gut darauf zu achten in welcher Richtung es unterwegs ist. Sonst kann die gut gemeinte Aktion leicht zum Bumerang werden.
Appell an die Bevölkerung
Die Strasse ist aber nicht die einzige Lebensgefahr für die wandernden Amphibien. Sie können auch in Schächte und andere Vertiefungen fallen, aus denen sie aus eigener Kraft nicht mehr herauskommen. Es lohnt sich also, gerade jetzt rund ums Haus die Augen vermehrt offen zu halten. Einen Beitrag zum Erhalt dieser gefärdeten Arten können auch Katzenhalter leisten. Denn viele Amphibien fallen dem Jagdtrieb der Katzen zum Opfer und werden totgebissen. Eine einfache Massnahme wäre es, Katzen in dieser Zeit nachts vermehrt im Haus zu halten.
Bekannte Querungsstellen sind die Sertigerstrasse hinter dem Sand. Dort sind die Seelein auf Wildboden das Ziel der Reise. Auf dem Golfplatz (Bereich Flugplatz) wurden die dort neu angelegten Teiche als Laichgelegenheit entdeckt. Entsprechend sind Amphibien an der Mattastrasse in grosser Zahl unterwegs. Ein schon lange bekannter Querungsgebiet befindet sich ausserdem vor und nach der Einmündung der Matta- in die Dischmastrasse.