Impfung ab zwölf Jahren soll bald möglich sein
Vor rund einer Woche hat der Bundesrat weitere Lockerungsschritte beschlossen. So dürfen seit Samstag unter anderem Clubs und Discos wieder Gäste empfangen, und auch die generelle Maskenpflicht im Büro ist aufgehoben.
Doch ist der Weg zurück in die Normalität zu locker gestaltet, und was bedeutet die neue Delta-Variante, über die zurzeit vermehrt zu lesen ist, für Graubünden? TV Südostschweiz sprach mit der Bündner Kantonsärztin, Marina Jamnicki, über die Situation.
Ungewohnte Bilder
Dass am Wochenende wieder viele Personen im Churer Welschdörfli unterwegs waren und die Lockerungen feierten, überrascht die Kantonsärztin nicht wirklich. «Das sind sicher ungewohnte Bilder. Aber es gibt genau zwei mögliche Reaktionen: ‹O was soll das?› oder ‹Endlich können wir wieder zurück›.» Die Menschen wollten ja wieder den Weg zurück in die Normalität, also müsse man es jetzt auch zulassen.
Ähnlich fällt Jamnickis Meinung zur aktuell stattfindenden Fussball-Europameisterschaft aus. «Bei den vollen Stadien wird es mir schon ein wenig unwohl, aber gleichzeitig wollen wir ja nicht so weiterleben wie in den letzten Monaten. Wir haben grosse Schritte gemacht, mit Impfungen.» Jamnicki gibt aber auch ehrlich zu, dass sie bezogen auf den Fussball-Event nicht mit Sicherheit wisse, ob es dort Einschränkungen beim Eintritt in die verschiedenen Stadien gebe wie beispielsweise die 3G-Regel (genesen, getestet oder geimpft). In Graubünden gilt diese Regelung unter anderem für Clubs und Discos.
Impfmüdigkeit feststellbar
Ein weiteres Thema, das Jamnicki im Interview mit TV Südostschweiz anspricht, ist das Impfen. Graubünden sei zwar schweizweit nicht der Spitzenreiter, bewege sich aber im vorderen Drittel. «Wir verimpfen immer noch alles, was wir zur Verfügung haben, mit einer gewissen Reserveplanung», erklärt Jamnicki und fügt an: «Was wir aber festgestellt haben, ist eine gewisse Abnahme der Impfanmeldungen.» Die Kantonsärztin zieht mehrere Faktoren in Betracht, die zur «Impfmüdigkeit» führen könnten.