Im Schlaraffenland, und ich darf nicht hinein
Es ist Winter und damit die schöne Jahreszeit. Fast täglich fahre ich mit Vali rauf auf das Jakobshorn zur SOS-Station. Da treffe ich dann auf die anderen Hunde und viele Menschen. Eigentlich bin ich ganz gerne dort, doch Vali lässt mich auch viel alleine. Meistens darf ich ihn erst gegen Abend wieder begleiten. Dann sind wir fast alleine auf der Piste unterwegs, und wenn wir noch Personen antreffen, schickt Vali sie hinunter ins Tal. «Pistenkontrolle», nennt er das. Wir sollten immer die Letzten auf der Strecke sein. So viel habe ich verstanden.
Manchmal brechen wir auch etwas früher auf. Dann finden wir Menschen, die verletzt am Boden liegen. Das ist aufregend, und ich möchte die Leute so gerne umsorgen. Doch Vali will das gar nicht und heisst mich immer, in etwas Abstand zu warten. Ich bin dann ganz ungeduldig, bis die Leute auf dem Rettungsschlitten festgezurrt sind und nur noch das Gesicht raus- schaut. Wenn sich Vali dann zwischen die Holmen des Kanadiers stellt, nutze ich rasch die Gelegenheit, um den Leuten schnell über das Gesicht zu lecken. Dann wissen sie, dass sie in guten Händen sind. Vali schaut mich jeweils ganz streng an. Doch die Leute lachen und finden es okay. So grummelt auch Vali nicht allzu sehr.
Verbotenes Schlaraffenland
Was er wirklich nicht mag, ist allerdings, wenn ich unterwegs etwas Fressbares aufschnappe. Ich meine, zu Hause bekomme ich meine Ration ja schon, aber warum sollte ich auf einen Happen am Wegrand verzichten? Doch Vali sieht das anders und befiehlt jedes Mal, das wunderbare Stück wieder fallen zu lassen. Das ist wirklich ausgesprochen doof und ich mache es nur, weil Vali halt der Chef ist. Manchmal gehen wir auf dem Heimweg noch in der Jatzhütte vorbei, und eigentlich wäre da das Paradies! Was da alles herumliegt! Fleischstücke, Knochen, Frites und noch vieles mehr. Ich würde nicht genug davon bekommen. Doch leider hat Vali damit begonnen, mich einzusperren, während er die noch anwesenden Leute nach Hause schickt. Manchmal gelingt es mir, mich aus meinem Gefängnis zu befreien, doch bald werde ich wieder erwischt und muss zurück. Das ist ausgesprochen frustrierend!