Im Haltli-Pavillon in Mollis kehrt wieder Leben ein
von Gabi Corvi
Nie haben wir gedacht, dass wir nach unserem Start innerhalb von zwei Jahren auf 28 Schülerinnen und Schüler anwachsen würden», berichten Philipp Egli und Roger Häubi, Gründer und Betreiber der Lernraum AG. Der Zuwachs an Kindern drängte die beiden Lehrer und Schulleiter, nach neuen Schulräumen für die bis anhin auf dem Jenny-Areal in Ziegelbrücke beheimatete Privatschule zu suchen. «Der Haltli-Pavillon ist für uns ein echter Glücksfall und die Glarner Gemeinnützige zeigt sich in allen Belangen sehr entgegenkommend», freut sich auch Tamara Egli, die als Lehrerin die Privatschule mitgestaltet.
Mit der wachsenden Schule wurden auf diesen Sommer hin mit Aline Papp und Jessica Papp Huser zwei Fachfrauen für die neue Basisstufe angestellt. Rund drei Jahre stand der Pavillon nach dem Auszug der heilpädagogischen Schule leer und wird nun, ganz dem Zweck der Räume entsprechend, wieder für den Unterricht von Buben und Mädchen vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse genutzt. Die Schüler kommen aus den Kantonen Glarus, St. Gallen, Schwyz und Zürich.
Kinder «abholen», da wo sie stehen
Die steigenden Schülerzahlen des Lernraums zeigen, dass das Bedürfnis der Eltern nach individuellen Schullösungen für ihre Kinder wächst. Es gibt viele Gründe dafür, sagen Häubi und Egli. Einer davon sei, dass das Schulsystem relativ starr ist – vergleichbar mit einem Ozeandampfer, der nur sehr träge Kurskorrekturen zulässt. «Nach wie vor ist es so, dass sich die Kinder mit ihrem Verhalten und ihren Leistungen in den Rahmen der Regelklasse einpassen müssen. Sie werden oft an einer vorgegebenen Norm gemessen. Kinder, die diese Erwartung nicht erfüllen können, haben es zunehmend schwerer in der Schule», berichtet Philipp Egli. Das Selbstbewusstsein leidet, die natürliche Lernfreude schwindet, Über- oder Unterforderungssituationen können entstehen. Oft wird weniger leistungsfähigen Kindern noch zusätzlicher Lernstoff aufgegeben, damit sie «aufholen».