Im Gespräch mit Paul Meisser
Die Villa Vecchia füllte sich schnell, das Interesse am Gast war gross. Zur Einstimmung lud Organist Ulrich Weissert passend zur Singwoche alle Anwesenden ein, den Kanon: «Lobet und preiset ihr Völker den Herrn» mehrstimmig zu singen. Nach dem lockeren Einstieg kamen Thullen und Meisser auf ernstere Themen zu sprechen. Meisser erzählte von seinen vielen Gesprächen und Begegnungen mit Trauernden auf dem Friedhof. Er habe sich als Friedhofsgärtner bewusst Zeit genommen für die Gespräche: «Ich bin immer offen auf die Menschen zugegangen. Es ist wichtig, über die Trauer zu reden und nicht alles mit sich selbst auszumachen. Das weiss ich auch aus eigener Erfahrung».
Thullen und Meisser waren sich einig, dass Tod und Trauer in der Gesellschaft weniger Raum haben als früher. Umso wichtiger sei es, die Themen anzusprechen. Thullen führte aus: «Je mehr die Angehörigen über die eigenen Wünsche wissen, umso einfacher ist es, einen stimmigen Abschied zu gestalten. So kann auch manchem Familienstreit vorgebeugt werden». Die Besucherinnen und Besucher stellten viele Fragen rund um die Friedhöfe und das Bestattungswesen in Davos. Thullen freute sich über den gelungenen Austausch: «Der Tod betrifft uns alle. Da wir dem Thema oft gerne ausweichen, freut es mich, dass wir am Dörflernachmittag so offen über herausfordernde Fragen sprechen konnten.» Natürlich hatten neben ernsten Fragen auch lustige Anekdoten ihren Platz. Meisser wusste viel Amüsantes aus seiner langen Tätigkeit zu berichten. Dann blieb noch Zeit für das gemütliche Beisammensein bei Kaffee und Kuchen, die von Freiwilligen unter der Leitung von Ursi Ammann serviert wurden.