Ilanzer Verein Momo verschenkt Zeit
von Susanne Turra
Momo lebt in einer Fantasiewelt. In einer riesigen Stadt. Sie ist ein kleines Mädchen mit einem dunklen Lockenkopf. Und sie trägt alte, kunterbunt zusammengeflickte Kleidung. Momo ist arm. Und sie hat Zeit. Diese schenkt sie Menschen, indem sie ihnen zuhört. Sie tröstet sie und beflügelt ihre Fantasie. Eines Tages tauchen die grauen Herren auf. Die glatzköpfigen Agenten versuchen, die Menschen dazu zu bringen, Zeit zu sparen. Um diese angeblich für später sicher und verzinst aufzubewahren. In Wahrheit aber werden die Menschen um ihre Zeit betrogen. Während sie nämlich versuchen, Zeit zu sparen, vergessen Sie, das Schöne im Leben zu geniessen. Momo lässt das nicht auf sich beruhen. Tapfer und mutig kämpft sie dagegen an. Wer kennt sie nicht. Die wundervolle Geschichte von Michael Ende.
Auch der kleine, ehrenamtlich tätige Verein Momo aus Ilanz schenkt Zeit. Zeit von Begleitern, Betreuerinnen, Spital-Lehrerinnen und Therapeuten. Zeit zum Lachen, Spielen, Basteln, Staunen und Erleben. Zeit für Kinder und Jugendliche mit einer Krankheit oder Behinderung.
Die Genesung unterstützen
Es ist Mittwochmorgen im Januar in Chur. Auch Valentina Montalta und Rahel Haymoz, Präsidentin und Aktuarin des Vereins Momo, nehmen sich heute Zeit. Zeit zum Erzählen, Aufklären, Aufrütteln, sichtbar machen. «Was fehlt, ist die Zeit», betont Gründerin Valentina Montalta gleich zu Beginn. «Alles andere ist eigentlich abgedeckt.» Und so ist schnell klar: Der Verein möchte Zeit schenken. Denn: «Zeit ist Leben, Liebe, Freude und Glück», so die Vereinsgründerin. Gesagt, getan. Es werden Frauenvereine angeschrieben, Familien und Institutionen im Kanton Graubünden. Und so wird der Verein vor sieben Jahren aus der Taufe gehoben. Und er kann sich sehen lassen. Nicht weniger als 120 Mitglieder gehören ihm bis heute an. Und das in einer Zeit des Vereinssterbens. «Hier sieht man, wie wichtig die Zeit für den Menschen ist», so Valentina Montalta. Und noch etwas ist wichtig. «Wir helfen regional», so Rahel Haymoz. «Unsere Arbeit beschränkt sich auf Graubünden.»