«Ich wollte da gar nicht rein»
Schwindelfrei. Das sollte man eigentlich sein, wenn man sich freiwillig dazu entschliesst, in luftiger Höhe drei Stunden in einer Hängematte zu liegen. Schwindelfrei war André Gisler nicht. Im Gegenteil: Der Tourismusdirektor von Flims Laax Falera hat Höhenangst. «Als die Idee stand, 26 Hängematten bei der Graubergbahn in Flims aufzuhängen, wollte ich da ganz sicher nicht rein.» Etwas hat ihn dann aber umgestimmt.
«Ich war von Anfang an bei den Vorbereitungen dabei. Ich habe gesehen, wie das alles funktioniert. Und als ich die ersten 20 Leute da hochgehen sah, wollte ich auch rauf», sagt Gisler. Er nahm seinen ganzen Mut zusammen und liess sich hochziehen. Drei Meter vor Endstation Hängematte brach er ab. «Ich bekam Angst und wollte wieder runter.» Also seilten sie Gisler wieder ab. Unten angekommen entschied er sich gleich noch einmal um. «Ich dachte: Ich kann das. Also ging ich wieder hoch.»
Beine baumeln lassen
Gisler hat sich seinen Ängsten gestellt. «Ich hatte da oben eine dreistündige Therapie-Sitzung mit mir selbst», sagt er und lacht. Zehn Minuten brauchte er. Zehn Minuten, um seine Angst in den Griff zu kriegen. Also lag er einfach nur da und blickte rauf zu den Tschingelhörnern. «Irgendwann will man aber wissen, wie es auf der anderen Seite aussieht. Und da wusste ich: Jetzt muss ich mich in dieser Hängematte drehen.»
Keine einfache Sache. Die wackelige Angelegenheit wird nicht einfacher in dieser Höhe. «Mit der Zeit wird man aber immer mutiger. Ich setzte mich sogar mal hin und liess die Beine baumeln.» Gisler genoss den Ausblick, sprach mit den beiden zu seiner linken und rechten Seite. Andere lasen in ihren Büchern.