Hunde als Steuerzahler – eine lukrative Kombination
Der Online-Vergleichsdienst «comparis.ch» hat die Hundetaxen der Kantonshauptorte und der grössten Schweizer Städte verglichen und ist dabei auf massive Unterschiede gestossen. Der grösste Unterschied liegt zwischen Bellinzona mit 70 Franken pro Hund und Jahr und Uster mit 200 Franken pro Hund und Jahr. In Graubünden beträgt die Steuer zwischen 100 und 180 Franken jährlich.
Verdoppelung innert fünf Jahren
Auch in Graubünden haben sich die Einnahmen durch die Hundesteuer verdoppelt. Dies sogar in den letzten fünf Jahren. Im Jahr 2012 noch lag der Betrag der eingenommenen Steuern bei 941'000 Franken. 2017 – aktuellere Zahlen existieren nicht – lag die Zahl bei über 2 Millionen Franken (Quelle: Eidgenössische Finanzstatistik).
«Einige Gemeinden versuchen offensichtlich, die Hundepopulation durch eine progressive Hundetaxe zu steuern. Nicht selten verlangen sie für den zweiten Hund den doppelten Tarif», beobachtet Comparis-Gebührenexperte Leo Hug. Dies ist beispielsweise in Davos und Jenins der Fall. Dort zahlt man für den ersten Hund 120 Franken und für jeden weiteren 240 Franken im Jahr.
Steuerfreiheit für Hunde mit Sonderaufgaben
Manche Vierbeiner kommen auch steuerfrei davon. Dies betrifft hauptsächlich Hunde mit Sonderaufgaben. Dazu gehören Lawinen- und Katastrophenhunde – aber auch Behinderten- oder Diensthunde. Viele Gemeinden sehen ausserdem eine Ermässigung für Wachhunde von Bauernhöfen vor, heisst es auf «comparis.ch».
Kräftiger Zuwachs an Steuereinnahmen
Der Zugriff der öffentlichen Hand auf die Hundebesitzer hat sich in den vergangenen Jahren massiv verschärft. Im Jahr 2017 haben Kantone und Gemeinden über die Hundesteuer 50,5 Millionen Franken eingenommen. Zehn Jahre zuvor waren es nur 33,2 Millionen Franken. Das entspricht einem Anstieg um 52 Prozent. «An der Anzahl Hunde kann es nicht liegen: In derselben Zeit nahm die Hundepopulation um nur 12 Prozent zu», erklärt der Comparis-Experte.
Die Steuereinnahmen werden zum Teil für das Aufstellen von Robidog-Kästen und für die Reinigung der Strassen verwendet. Sie können aber auch für Zwecke genutzt werden, die nichts mit dem Hundewesen zu tun haben. Im Gegensatz zu anderen Kantonen fliesst in Graubünden kein Beitrag aus der Hundesteuer an den Kanton. Dies ist alleinige Sache der Gemeinden. So hat alleine die Stadt Chur im Jahr 2017 183'000 Franken eingenommen.