Herr über eine Million Bienen
Ein grossartiges Bild: Im Garten von Werner Schrepfer stehen 30 Bienenkästen. Bei Vollbestand und gesunden Völkern sind das knapp eine Million Bienen. Imkern ist seit 1972 Schrepfers Hobby und Leidenschaft zugleich. Beruflich handelt er mit Briefmarken, Münzen und Gold.
Werner Schrepfer, Sie haben eine beeindruckende Zucht.
Das freut mich. Mein Hobby bedeutet mir viel. Wenn ein Kasten voll besetzt ist, sind da bis zu 50 000 Bienen am Werk. Von diesem Zusammenspiel können wir Menschen nur lernen.
Sie züchten Königinnen?
Ja, und das aus einem ganz bestimmten Grund. In der Schweiz haben wir zu viel Bienenimport aus dem Ostblock und aus südlichen Ländern. Das bringt neue Krankheiten mit sich. Durch den Verkauf von einheimischen Königinnen und Völkern will ich diesem Unsinn entgegenwirken.
Seit 1972 arbeiten Sie mit Bienen. Eine lange Zeit.
Schon als Kind war ich begeistert von Bienen. Nachbar Hans Kühne hatte ein Bienenhaus und erzählte mir und einem seiner Söhne, der gleich alt ist wie ich, spannende Geschichten rund um die Bienen. Und es roch immer sehr fein. So begann ich als Jugendlicher mit der Imkerei.
Was fasziniert Sie daran?
Weniger der Ertrag, also der Honig, sondern vielmehr das Ziel, sanftmütige und gesunde Völker zu züchten, schöne Brutanlagen zu unterhalten und gute Königinnen weiterzugeben. Man kann nur mit grossen, gesunden Völkern gute Erträge kriegen. Ich verstelle meine Wirtschaftsvölker. Das heisst, ich bringe sie zu geeigneter Zeit auf Alpen, auf denen die Vegetation später kommt als in Kaltbrunn. Dort arbeiten sie mit Blütenstaub und Nektar. Alle zehn Tage gehe ich vorbei. So entsteht ein feiner, ausgewogener Honig.
Einige Fakten und Zahlen zu Ihrem Bienen-Betrieb?