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Leben & Freizeit

Hautpflege im Frühling: Energiekick nach dem Winterschlaf

Bündner Woche
24.04.2023, 16:07 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

von Karin Hobi

Nach den kalten Wintermonaten ist sie da, die Freude über jeden Sonnenstrahl. Das Bedürfnis nach «Rausgehen» und «Aktiver sein» steigt. Die Wärme tut gut und beeinflusst nicht nur unseren Bewegungsdrang und unser Gemüt. Auch unsere Haut erwacht aus dem Winterschlaf. «Die steigenden Temperaturen sind wie ein Weckruf für unsere Haut», sagt Kosmetikerin Laura Poltera. «Und diese braucht jetzt einen Energiekick, um die Zellerneuerung anzuregen.» Denn je nach Typ ist unsere Haut durch die Heizperiode eher trocken und durch die ständigen Wechsel von Wärme und Kälte strapazierter.

Seit rund vier Jahren betreut Laura Poltera regionale Gäste, Stammkundinnen sowie Tages- und Hotelgäste in der Tamina Therme in Sachen Wellness, Pflege und Schönheit. Dabei kümmert sie sich intensiv um die Hautpflege ihrer Kundschaft.

Im Frühling empfiehlt sie vermehrt Kurbehandlungen. Für die Verfeinerung der Poren und die Hauterneuerung. Dafür sind beispielsweise Gerätebehandlungen bei der Kosmetikerin oder dem Kosmetiker möglich. Ergänzend dazu sind auch Feuchtigkeitsmasken sinnvoll. Diese gibt es in diversen Variationen und können gut regelmässig zuhause angewendet werden.

Jetzt, wo die Sonne noch nicht ganz so stark ist wie im Sommer, passt der Zeitpunkt auch gut, Hornhautschüppchen abzutragen. Beispielsweise mit regelmässigen Peelings. «Für das Gesicht empfehle ich nicht unbedingt körnige Produkte, sondern Fruchtsäurepeelings oder Enzympeelings, die Tiefer peelen und reinigen», sagt die Kosmetikerin. «Peelings mit Körnern sind effektiver für den Körper unter der Dusche, aber danach sollte der Körper gut eingecremt werden, damit die Haut gut genährt ist.»

Ampullenkuren können ebenso für den «Kick» gut genutzt werden. «Beispielsweise eine Woche mit Schwerpunkt Feuchtigkeit, in der darauffolgenden Woche eine Kur für den Anti-Aging und Lifting Bereich und zum Abschluss noch etwas für die Stärkung», erklärt Laura Poltera.

Ja, unsere Haut will gut gepflegt sein und die Hautbarriere gestärkt, um nicht zu viel Feuchtigkeit zu verlieren. Dafür braucht sie einen guten Schutz. «Grundsätzlich gilt sowieso, zu jeder Jahreszeit Sonnenschutz aufzutragen, wenn man sich im Freien bewegt», erklärt die Kosmetikerin. «Ausserdem gibt es Tagescremes, die bereits einen Sonnenschutzfaktor beinhalten.» Dabei ist es wichtig, je nach Jahreszeit und Hauttyp den richtigen Schutzfaktor anzuwenden. Je höher der Faktor, desto länger der Eigenschutz. Selbst hinter einer Glasscheibe hat die Sonneneinstrahlung eine Auswirkung auf die Haut.

«Ich erkenne einen LKW-Fahrer, dessen eine Gesichtsseite mehr der Sonne zugewendet ist, sofort», sagt sie. Auch die Haut von regelmässigen Sonnenanbeterinnen und -Anbetern sei unschwer zu erkennen. Was die Sonne mit der Haut macht? Sie kann nicht nur Rötungen erzeugen und Ursache für Hautkrebs sein. Sie hat einen grossen Einfluss auf Falten, ledrigere Haut und die Entstehung von Flecken.

Und wie sieht es aus mit Besuchen im Solarium? «Natürlich macht das etwas mit der Haut und kann bei zu vielen Besuchen den Alterungsprozess fördern», so Laura Poltera. Aber vor dem Sommer könne diese Art des Sonnens bei guter Dosierung und gutem Augenschutz für sehr helle Hauttypen eine gute Vorbereitung für die Sonnenstrahlen im Sommer sein. «Um den Schutz aufzubauen, gerade bei sehr heller und empfindlicher Haut, ist dieser langsame Übergang zur Sommerzeit mit einem Besuch im Solarium wohl keine schlechte Sache», meint sie.

Während der heissen Sommertage sind die Poren oft etwas vergrössert und wir schwitzen mehr. Was Hautunreinheiten mit sich bringen kann. Unreine Haut kann aber viele andere Ursachen haben, wie nicht passende Pflegeprodukte, Bakterien, falsche Ernährung, Rauchen, Alkohol, Stress oder Hormonumstellungen. Grössere Hautgeschichten wie Neurodermitis oder Hautschuppenflechten sind dann eher Themen für einen Dermatologen oder eine Dermatologin. Auch die Abklärungen von Muttermalen. «Ich finde es sinnvoll, Muttermale regelmässig zu beobachten und auch abzuklären, damit Hautkrebs genügend früh festgestellt werden könnte», so Laura Poltera.Ist der Sommer dann vorbei, wird die Haut vor dem Winter wieder vorbereitet auf die trockene und kalte Jahreszeit. Ebenfalls vorbeugend und schützend und mit dem Aufbau von Feuchtigkeitsdepots. So wie jetzt im Frühling. Eine gute Pflege ist aber während jeder Jahreszeit wertvoll und beginnt bereits mit der täglichen Reinigung und passenden Produkten, die auf den Hauttyp abgestimmt sind. Laura Poltera empfiehlt ihren Kundinnen und Kunden jeweils eine Hautanamnese. «So kann die ungeschminkte Haut durch Betrachtung, Berührung und Tests analysiert werden.» Unsere Haut ist das grösste Organ. Und jede Körperpartie benötigt etwas anderes. Die Augen- und Lippenpartie beispielsweise ist sehr viel dünner als die Wangen- und Stirnpartie. Oder die Füsse, die bei vielen Menschen sehr trocken sind, brauchen eine ganz andere Pflege. «Ich motiviere meine Kundschaft, sich Zeit dafür zu nehmen. Die Handcreme beispielsweise auf dem Bürotisch bereitzuhalten und die Fusscreme auf dem Nachttisch. Damit das Eincremen nicht vergessen geht.» Über Nacht regeneriert sich die Haut und scheidet Abfallstoffe aus. Diese sollten morgens mit der Reinigung entfernt werden. «Ausschliesslich Wasser reicht dafür nicht» erklärt Laura Poltera «Das ist wie bei einer fettigen Pfanne, die ohne Reinigungsmittel gewaschen wird. Der Fettfilm löst sich nur mit dem entsprechenden Produkt.» Auch ein Tonic empfiehlt sie nach der Reinigung. Um den sauren PH-Wert auszugleichen und den letzten Schmutz zu entfernen. Und für das Frischegefühl natürlich.

Körperpflege und Kosmetik kann und soll Spass machen. Und ist längst nicht mehr ein ausschliessliches Frauenthema. Das stellt Laura Poltera immer mehr fest. «Männer werden immer offener dafür.» Und gibt es grosse Unterschiede bei der Hautstruktur von Mann und Frau? «Viele Männer haben eine festere und grossporigere Haut als Frauen» erklärt die Kosmetikerin. Ausserdem sei die Haut vieler Männer kompakter und scherengitterartig aufgebaut, während die Haut der Frau aus biologischen Gründen dehnbarer ist. Und die Gesichtshaut der meisten Männer sei fetthaltiger und die Haut nach der Rasur manchmal gereizt. Dafür kämpfen sie mit viel weniger Celluliteproblemen. Jeder Mensch ist anders. Sowie jede Hautpartie und das Bedürfnis an Pflege dafür. Aber unsere Körperpflege hat wohl für jede und jeden den selben schönen Nebeneffekt: Sich Zeit für sich nehmen. Mit dem Ergebnis, sich ein Stück wohler mit und in seiner Haut zu fühlen.

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