Graubünden machts vor
1400 Frauen mit behandelbarem Brustkrebs wurden im Kanton Graubünden seit dem Jahr 2000 behandelt. Dies geht aus der neusten Studie hervor, welche die Krebsliga Ostschweiz am Donnerstag präsentiert hat. Und nun die gute Nachricht: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau im Kanton Graubünden ihre Brust dabei komplett entfernen lassen muss, liegt 20 Prozent tiefer als in der gesamten restlichen Schweiz.
«Nur» 40 Prozent der Bündner Frauen mussten in den Jahren 2000 bis 2004 ihre komplette Brust entfernen lassen. «Das ist sehr wenig, wenn man die Zahlen mit jenen in anderen Kantonen vergleicht», sagt Christian Herrmann vom Krebsregister Ostschweiz. «Die Zahl der Frauen, die ihre Brust entfernen mussten, war im Kanton Graubünden also bereits zu Studienbeginn tief. Und doch konnte der Kanton die Zahl noch weiter senken. Das ist bemerkenswert.»
Bemerkenswert, weil unüblich
Konkret mussten in den Jahren 2009 bis 2012 nurmehr 30 Prozent der Frauen ihre komplette Brust entfernen lassen. Herrmann geht davon aus, dass diese Zahl seit 2012 noch weiter gesunken ist. Denn: Seit 2011 arbeitet der Kanton Graubünden mit dem Screening-Programm Donna. Und wie Herrmann erklärt, hat ein solches Programm grossen Einfluss auf die Zahl. Bei anderen Kantonen, welche ein Screening-Programm nutzen, konnte die Zahl um weitere 13 Prozent gesenkt werden.
Weshalb Graubünden so erfolgreich unterwegs ist, kann Herrmann jedoch nicht begründen. «Um korrekte Schlüsse ziehen zu können, müsste man die Situation in Graubünden viel genauer analysieren.» Doch bemerkenswert sei es allemal: «Gerade in ländlichen Regionen ist es eher üblich, die komplette Brust entfernen zu lassen – gerade weil auch die Operateure weniger Erfahrungen haben. Graubünden ist da eher eine Ausnahme.»