Graubünden bleibt vom grossen Unwetter verschont
In Zürich haben in der Nacht auf Dienstag kräftige Gewitter mit Starkregen gewütet. Auch in anderen Kantonen war das Unwetter dramatisch. In Egozwil im Kanton Luzern wurde gemäss SRF Meteo eine Orkanböe gemessen. Die Gefahrensituation in Graubünden sei eine andere, sagt Andreas Huwiler vom kantonalen Amt für Naturgefahren. Auch im Kanton sei jedoch kurzfristig mit Naturereignissen zu rechnen.
Was ist Starkregen?
Von Starkregen spricht man, wenn grosse Niederschlagsmengen innerhalb einer bestimmten Zeitspanne fallen.
– mehr als 7 Millimeter in 10 Minuten
– mehr als 12 Millimeter in 30 Minuten
– mehr als 16 Millimeter in 60 Minuten
«Die Unwetter kommen in der Form von Zürich nicht zu uns», sagt aber Reto Vögeli, CEO der Meteo News AG. Örtliche Platzregen und Gewitter kann der Experte jedoch nicht ausschliessen. «Heikel werden kann es grundsätzlich überall», sagt Vögeli. In der Höhe herrsche Südwind. Die Schauer und Gewitter würden sich am Alpensüdhang bilden und zögen von Süden her über Graubünden. Die aufgleitende Luftmasse führe in Glarus und dem Sarganserland zu kräftigen Regenfällen. Vereinzelt kann es gemäss Vögeli zu Hagelfällen in Graubünden kommen.
Wie wirkt sich das regnerische Wetter auf Naturgefahren aus?
Gemäss dem Amt für Naturgefahren sind die Bündner Flüsse unterhalb der kritischen Wasserstände. Huwiler beobachtet im Moment, dass der Vorderrhein stark ansteigt, wenn es in Disentis und Tujetsch stark regnet. Bei starken Niederschlägen sollte man sich von Gewässern fernhalten. Die Gefahr besteht, dass Flüsse und Bäche über die Ufer treten, wie Huwiler erklärt. «Wir müssen mit Murgängen in steileren Gerinnen rechnen.» Dies hänge vom Wetter in den kommenden Tagen ab. «Gewitter sind sehr schlecht zu prognostizieren», sagt Huwiler. Deshalb könne das Amt für Naturgefahren nur sagen, dass grundsätzlich die Voraussetzungen für Ereignisse bei starken Niederschlägen gegeben sind.