Gletscher vermessen wird immer schwieriger
Seit über 100 Jahren werden die Bündner Gletscher im Rahmen von schweizweit koordinierten Erhebungen vermessen. Diese Aufgabe übernimmt das Amt für Wald und Naturgefahren in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Gletschermessnetz (Glamos). So werden jährlich die Gletscherzungen von rund 20 Gletschern in Graubünden vermessen, wie der Kanton in einer Mitteilung festhält. Dabei würden die vor Ort erhobenen Daten mit Informationen aus Luftbildern kombiniert, um die Grösse der Gletscher zu ermitteln. Doch dies, so der Kanton, sei eine Aufgabe, die sich in vielen Fällen zunehmend schwieriger gestalte.
Innerhalb von einem Jahr 57 Meter kürzer
Trotz des schneereichen Winters 2020/21 und einem kühlen letzten Sommer schmelzen die Gletscher weiter. So zeigten die Messungen des Morteratschgletschers, dass dieser im Vergleich zum Vorjahr um 57 Meter kürzer geworden ist – was dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre entspricht.
Die Gletscher schrumpfen, die Gletscherzungen haben sich teilweise so stark zurückgezogen, dass sie in steilen Felsflanken liegen. Dies wiederum birgt wegen des Stein- und Eisschlages eine ständige Begehungsgefahr. Als Beispiel nennen die Verantwortlichen den Vadret dal Cambrena am Berninapass oder der Glatscher da Punteglias in der Surselva. Der Vadret da Lischana bei Scuol und der Lavazgletscher beim Lukmanierpass seien so stark geschmolzen, dass ihr Gletscherrand unter dem zurückgebliebenen Schutt nur noch schwer erkennbar sei.
Die Daten der jährlichen Gletschervermessungen im Kanton Graubünden können auf dem kantonalen Mapservice (Gletscherzungen-Messung) oder bei Glamos online erkundet werden.