Glarnersach muss Zehnjahres-Maximum an Schäden decken
Das Coronajahr habe die Geschäfte kaum merklich beeinflusst, schreibt die Versicherung Glarnersach in einer Medienmitteilung von Montag zur Jahresrechnung 2020. Bis zu 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten aber zeitweise wegen Corona im Homeoffice gearbeitet. Sie hätten wertvolle Erfahrungen gesammelt, und diese würden für die laufende digitale Transformation berücksichtigt.
Ganz anders sieht es bei den versicherten Schäden aus. Total 1350 Schäden mussten die Versicherung im Monopol, jene im Wettbewerb und der Kulturschadenfonds bezahlen. Die Schadensumme von über 10 Millionen Franken ist mit Abstand die höchste der letzten zehn Jahre und beträgt fast das Dreifache des Zehnjahresdurchschnitts.
Vier Brände an einzigem Tag
Mehr als nur merklich hat eine ganze Reihe von grossen Bränden das Ergebnis der Glarnersach beeinflusst. Total 93 Brände haben die obligatorische Gebäudeversicherung fast sieben Millionen Franken gekostet. Darunter sind etwa jener im «Schwert» Netstal Ende Mai oder an der Oberdorfstrasse in Mollis im Oktober. Volle vier Wohnhäuser wurden dann am 18. Oktober durch die Flammen massiv beschädigt, so der Geschäftsbericht. Die Schäden waren so hoch, dass die Glarnersach sie nicht mehr allein tragen musste, sondern von der Rückversicherung knapp 1,6 Millionen Franken vergütet bekam.
Elementarschäden kosteten die Glarnersach 1,4 Millionen Franken, immerhin 0,3 Millionen weniger als 2019. Der grösste Teil davon geht allein auf die drei Sturmtiefs «Petra», «Sabine» und «Bianca» zurück, die alle im Februar das Glarnerland trafen. Dagegen seien zum Glück die Sommermonate unerwartet ruhig geblieben.
Übrige Versicherungen wachsen
Weil die Glarnersach letztes Jahr nach guten Jahren die Versicherungsprämien um 30 Prozent gesenkt hat, haben sich die Schäden umso stärker ausgewirkt. Die Prämien im Monopol gingen von 5,7 auf 4,35 Millionen Franken zurück, unter dem Strich schreibt die Monopol-Gebäudeversicherung einen Verlust von 2,2 Millionen Franken. Gegenüber dem Plus von 2019 ist das eine Verschlechterung um fast 11 Millionen, weil die Glarnersach auch mit ihren Kapitalanlagen weniger verdiente. Der Verlust sei dank solidem Eigenkapital von knapp 33 Millionen Franken und vollständigen Reserven «problemlos verkraftbar».