Glarner können nun ihr Solarstromdach auch mieten
Die Offerte lautet: 20 Jahre Miete eines Stücks vom Solardach und Bezug des Ertrags von 80 Kilowattstunden pro gemieteten Quadratmeter. Das Geschäft kostet pro Quadratmeter einmalig zwischen 280 und 350 Franken, so die momentane Schätzung der Technischen Betriebe Glarus, die das Angebot machen und die 80 Kilowattstunden auf der Rechnung gutschreiben.
«So können sie für wenig Geld Solarstrom ernten statt beispielsweise Äpfel.», erklärt Martin Zopfi, Geschäftsleiter der TB Glarus. Und durch diese Solargemeinschaft können nun auch Mieterinnen und Mieter oder Stockwerkeigentümer sich für 20 Jahre ihren eigenen Solarstrom sichern. Oder: «Natürlich können Sie auch jemandem auf 20 Jahre hinaus Solarstrom schenken.»
Zuerst scheint die Sonne in Netstal
Als erste Anlage realisieren die Technischen Betriebe ein Solardach von rund 420 Quadratmetern auf der Zweiggartenturnhalle in Netstal. Sobald das Projekt fertig ausgearbeitet ist, wollen die TB eine Online-Registrierung ermöglichen. Bei vier weiteren Anlagen laufen die Abklärungen. Mindestens zwei wollen die TB noch dieses Jahr realisieren.
Dafür braucht es gewisse Voraussetzungen, denn manche (Eternit-)Dächer enthalten noch Asbest, und wenn ein Dach nicht noch mindestens die geplanten 20 Jahre hält, lohnt sich der Aufbau der Anlage nicht. Kaum lohnend sei aber auch, ein Dach deutlich früher zu erneuern als nötig.
Die Technischen Betriebe bleiben Eigentümer der Solaranlage und mieten das Dach auf die 20 Jahre hinaus. Nachher werde die Anlage zurückgebaut oder das Dach noch eine Zeit lang gemietet, je nach noch vorhandenem Wirkungsgrad der Solarpanels.
Zopfi sieht die Anlagen als Beitrag zur Energiewende, den Glarnerinnen und Glarner zusammen mit den TB leisten können: Mit erneuerbarer, lokaler Produktion und als Beitrag zur Energiewende.
Weitere Dächer willkommen
Die Technischen Betriebe sind laut Zopfi auch sehr interessiert daran, weitere Dächer mieten zu können: «Je grösser sie sind und je besser exponiert, desto wirtschaftlicher.» Wobei der Solarkataster über das Potenzial Auskunft gibt.