Gibt es eine Verbindung zwischen dem Kawasaki-Syndrom und dem Coronavirus?
Herr Dr. med. Riedel, seit einigen Tagen wird in den Medien immer öfters vom Kawasaki-Syndrom gesprochen. Was müssen wir uns darunter vorstellen?
Das Kawasaki-Syndrom ist eine Erkrankung, die vor allem Kleinkinder bis zum fünften Lebensjahr betrifft. Die Erkrankung führt zur Entzündung der kleinen Blutgefässe und dadurch zu einer Entzündung der Organe. In den meisten Fällen geht es den Kindern mit der Zeit aber wieder besser. Es gibt jedoch Kinder, die eine Mitbeteiligung vom Herz haben und somit auch längerfristig Probleme haben könnten. Noch ist unklar, was die Ursache von diesem Syndrom sein könnte. Man vermutet aber, dass es im Zusammenhang mit anderen Virusinfektionen steht.
Wie ist der Verlauf dieser Krankheit?
Typischerweise haben die Kinder Fieber, ohne dass man ganz genau weiss, warum sie es haben. Meistens dauert dies bis zu zehn Tage. Die meisten Kinder entwickeln auch Symptome, die man an der Haut oder auf der Zunge sieht. Die Zunge oder die Handfläche können rot werden. Zudem tritt häufig eine Bindehautentzündung auf und der Grossteil der Kinder hat auch vergrösserte Lymphknoten. Sind all diese Symptome vorhanden, dann muss untersucht werden, ob auch das Herz beteiligt ist. Das ist nämlich genau das, worüber wir uns Sorgen machen, wenn man das nicht behandelt. Denn etwa 30 bis 40 Prozent der Kinder könnten eine Mitbeteiligung von den Herzkranzgefässe haben.
Was bedeutet das genau, wenn auch die Herzkranzgefässe davon betroffen wären?
Man kann es behandeln, obwohl man nicht weiss, was die Ursache ist. Es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten, die das Risiko von Beteiligungen der Herzkranzgefässe deutlich reduzieren können. Die Kinder, welche eine Beteiligung haben, haben längerfristig ein grösseres Risiko um dann eine Arterienverkalkung, und im späteren erwachsenen Leben, ein grösseres Risiko für Herzinfarkt zu machen.
Im Normalfall kriegt man das Kawasaki-Syndrom gut und rasch in den Griff. Stimmt das so?