Gesucht werden kleine Jäger – sie zu finden ist Glückssache
von Monica Marti*
Am 26. August 2021 spazierte ein Alpensalamander über den Veloweg beim Flugplatz Mollis. Dachse und Füchse sieht man dort öfters. Aber Alpensalamander? Ein Blick in das Inventar der Glarner Amphibien bestätigt, dass das glänzend schwarze Tier in den Bergen sehr häufig ist. Es zeigt aber auch, dass sich die Nachweise dieser Art bei uns fast gleichmässig auf alle Höhenlagen verteilen.
Trotz seines Namens ist ein Alpensalamander im Tal also nicht ungewöhnlich. Dennoch lohnte es sich, den Molliser Fund zu melden. Um das Vorkommen einer Art im Kanton Glarus zu erfassen, braucht es meist aufwendige Inventare von Expertinnen und Experten. Diese können aber nicht überall, nicht zu jeder Zeit und nicht beliebig lange und oft nach einem Tier, einer Pflanze oder einem Pilz suchen. Beobachtungen aus der Bevölkerung sind deshalb wertvolle Ergänzungen ihrer Arbeit.
Oft bestätigen solche Zufallsfunde das vorhandene Wissen. Manchmal liefern sie neue Erkenntnisse. Hilfreich ist beides. Darum sammelt das Naturzentrum Glarnerland seit 2008 Tier- und Pflanzenmeldungen aus dem Kanton Glarus. Jedes Jahr bittet es zudem die Bevölkerung, nach einer bestimmten Art speziell Ausschau zu halten. Im vergangenen Jahr waren es die Waldameisen.
Bevölkerung hilft mit, die Waldameisen zu schützen
Fünf Arten von hügelbauenden Waldameisen sind im Kanton Glarus bekannt. Sie alle spielen eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Wälder und die Verjüngung der Bäume. Auf Veränderungen ihrer Lebensräume und Störungen an ihren Nesthügeln reagieren sie sehr empfindlich. Um sie zu schützen, müssen ihre Neststandorte bekannt sein.