Glarner Feministinnen wollen wissen, wo Frauen belästigt worden sind
Auf dem Boden des Glarnerlands werden bald Geschichten stehen. Erzählt werden sie von anonymen Betroffenen, die Catcalling erlebt haben. Aufgezeichnet werden sie von den Mitgliedern des Feministischen Kollektivs Glarus.
Laut Medienmitteilung des Feministischen Kollektivs Glarus sind «Catcalls», auf Deutsch «Katzenrufe», sexuell anzügliche Rufe, Pfiffe und Laute auf öffentlichem Raum gegenüber Frauen. Teilweise geht Catcalling auch mit einem übergriffigen Verhalten einher. Da Rufe oder Pfiffe oberflächlich gesehen oft harmlos wirken, sind sie eine eher schwer zu erfassende Form von Gewalt. «Die Auswirkungen von Catcalls sind sehr unterschiedlich, oftmals berichten Betroffene zum Beispiel im Nachhinein von Schlafstörungen», so Leana Meier, Mitglied des Kollektivs. Weiter könnten Angstzustände eine mögliche Folge von verbaler sexueller Belästigung sein, so Meier weiter.
Je nachdem, wie eine Betroffene darauf reagiert, kann das bei ihr bis zu einer Schlafstörung führen.»
Leana Meier, Mitglied Feministisches Kollektiv Glarus
Geschichten sichtbar machen
«Das Problem im Glarnerland ist, dass man denkt, dass Catcalling hier weniger passiere als in anderen Kantonen», sagt Meier. Zwar kämen Catcalls im Glarnerland zahlenmässig seltener vor als in grösseren Kantonen, im Verhältnis zu der Einwohnerzahl sei das Problem aber dasselbe. «Fast jede Freundin von mir hat Catcalling schon einmal erlebt», so die 19-Jährige. «Es kann nicht sein, dass man sich fürchtet, am Abend alleine durch Glarus zu gehen.»