Freudige, aber vorsichtige Schritte in die neue Freiheit
«Endlich können wir die Kundschaft wieder mit einem sichtbaren Lächeln begrüssen», freut sich Greiner. Sie hatte sich schon so an die allgegenwärtige Maske gewöhnt, dass sie am ersten maskenlosen Tag im Geschäft immer wieder das Gefühl hatte, etwas Verbotenes zu tun. Doch inzwischen herrscht Erleichterung vor, auch wenn sie der Sache noch nicht so richtig traut. «Die Frage ist, wie lange das so bleiben kann.» Selber fühlt sie sich noch nicht so richtig wohl: «Im Menschengetümmel ziehe ich die Maske lieber auch noch an.» Daher ist es für sie selbstverständlich, sich anzupassen, wenn jemand mit Maske zu ihr ins Geschäft kommt. «Aber es ist schon schön, die Mimik wieder sehen zu können.»
Oben mit ist auch Mariella mit ihren beiden Töchtern unterwegs. «Ich bin Herzpatientin und fühle mich so sicherer», sagt sie. Die Familie aus Pfäffikon ist hier in den Ferien. «Wir kamen schon letztes Jahr hierher und waren positiv überrascht, wie diszipliniert und gut die Hygienemassnahmen umgesetzt wurden. Das ist der Grund, warum wir heute wieder da sind.» Zu schnell, zu viel passiert hingegen für Adrian und Fabienne. Auch sie sind in den Ferien in Davos und haben Risikopatienten im unmittelbaren Umfeld. «Die Fallzahlen sind noch zu hoch», findet Adrian. «Ich würde es bevorzugen, wenn in Innenräumen noch Maske getragen würde.»
Mit der Maske hätte sich Sabine Berger vielleicht noch anfreunden können, doch die Zertifikatspflicht schmerzte wirklich. «Vor allem zu Beginn luden die Leute hier am Empfang im Eau-là-là ihren ganzen Frust ab.» Da habe es auch nichts genützt, sie daran zu erinnern, dass der Unmut nicht ihr persönlich gelte: «Ich musste mir da Sachen anhören... Abends war ich jeweils völlig erledigt.» Die Maske einfach nur gehasst hat Bademeister Jakob Keller. «Es ist nun eine enorme Erleichterung, auch wenn wir sie vor allem zum persönlichen Schutz trugen.» Eine grosse Entspannung beobachtet auch Aqua-Fit-Therapeutin Regula Hartmann, auch wenn die Leute noch immer deutlich Abstand halten. «Am ersten Tag wusste ich gar nicht so recht, wie mich verhalten. So lugte ich hinaus, um zu sehen, ob die Leute mit oder ohne Maske kommen. Doch die lugten genauso herein, um zu sehen, was ich denn tue.»