Die satirische Chronik von zwölf Monaten Dorfleben
So richtig mag man das in Chur nicht, wenn das benachbarte Domat/Ems etwas hat, worauf die Bevölkerung der Kantonshauptstadt verzichten muss. Bei der Fasnachtszeitung haben die Emserinnen und Emser nun schon zum zweiten Mal in Folge die Nase vorn. Die Churer «Schparz»-Bagaschi verleiht heuer zwar wieder einen Orden; die gleichnamige Fasnachtspostille entfällt aber.
In Domat/Ems derweil feiert die Fasnachtszeitung «FaZ» heuer gar Jubiläum: Seit fünf Jahren nehmen die Desperados das lokale Geschehen aufs Korn. Das Resultat ihrer Beobachtungen von zwölf Monaten Emser Dorfleben ist ab heute Samstag im Restaurant «Term Bel», der Metzgerei Theus, der Dropa Drogerie/Apotheke Domat und in den Cafés «Insieme», «Marchesa» und «Merz» erhältlich.
Fans und Felsberger
Emserinnen, Emser und andere Interessierte lesen in der aktuellen Ausgabe der «FaZ» unter anderem, dass die Redaktion den ersten 50 Personen, die sich melden, je ein Stück des mittlerweile ausgetauschten Kunstrasens des Sportplatzes Vial – «der schwarze Gummiteppich wurde durch einen neuen ersetzt» – schenken. Auch die Wirren im Vorfeld der Abstimmung über die geplante neue Emser Umfahrung finden im Blatt ihren Niederschlag: Angeblich auf Wunsch der Gemeinde publiziert die «FaZ» eine Grafik mit dem «Fluchtplan bei Missmut mit dem Gemeindevorstand». Der Weg auf dem Plan führt ins benachbarte Felsberg.
Dass im protestantischen Felsberg statt Bänken neu ein langer Tisch im Kirchenraum steht, kombiniere «zwei absteigende Modelle: Gottesdienste und Feierabendbeizen», findet die «FaZ» und fragt sich:» Gehts nun in Richtung Eventgastronomie mit Abendmahl à discrétion?».
Gelungene Ausgabe
Weitere Themen in der aktuellen «FaZ» sind die Grossbaustelle am Emser Bahnhof, die Jass-TV-Sendung im Ort und die drohende Energieknappheit. Letztere auch, weil wenige Wochen nach dem Anschlag auf die North-Stream-Gaspipelines in Domat/Ems die Wasserversorgung lahmgelegt wurde. Das Beispiel zeigt: Die gelungene Ausgabe der «FaZ» denkt weit über die Gemeindegrenzen hinaus.