Immer wieder kommt es zu Betrugsversuchen auf Online-Marktplätzen in Graubünden
Das Kindervelo, das noch gut in Schuss ist, die Couch, die seit der Anschaffung des neuen Sofas nicht mehr gebraucht wird, oder die Kommode, die zu Hause ungenutzt rumsteht, an der jemand anderes aber noch Freude haben könnte – nur drei Beispiele für Artikel, die auf diversen Secondhandplattformen feilgeboten werden. Herr und Frau Schweizer verkaufen gerne via Online-Kleinanzeigen. Das zeigen die Zahlen des Online-Marktplatzes Ricardo: Im letzten Jahr haben auf der Plattform 516'000 Personen 12,5 Millionen Artikel zum Kauf angeboten, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Auf «tutti.ch» bewegen sich nach eigenen Angaben monatlich 19 Millionen Besucher. Auf Facebook gab es im Mai rund 5,9 Millionen Nutzer aus der Schweiz. Alle von ihnen haben Zugriff auf Marketplace, die Kleinanzeigenplattform von Facebook.
Transportversicherung vorschiessen
Wo sich so viele Nutzerinnen und Nutzer tummeln, muss man auch nicht lange nach erfolgten oder versuchten Betrügereien suchen. So berichten «Südostschweiz»-Leserreporter von Betrugsversuchen auf dem Facebook-Marktplatz. Kurz nachdem sie ihre Artikel online gestellt hatten, meldeten sich die ersten Interessenten. «Ist der Artikel noch verfügbar?»
Bejahte man dies, erklärten die Käufer, dass sie den Artikel nicht persönlich abholen könnten. Sie würden aber einen Kurierdienst mit der Abholung beauftragen. Dafür müssten die Verkäufer jedoch zuerst die anfallenden Versicherungskosten bezahlen. Der Kurierdienst werde dann den Kaufpreis plus die vom Verkäufer bezahlten Versicherungskosten in bar mitbringen und den angebotenen Artikel mitnehmen.