Extreme Lebensräume untersuchen
Grönland ist gross, sehr gross. Die Nord-Süd-Ausdehnung entspricht der von Oslo nach Sizilien. Dabei wohnen auf Grönland weniger als 60 000 Menschen. Die längste Strasse ist etwa 51 Kilometer lang, und keine zwei Siedlungen werden durch eine Strasse verbunden. Nicht zuletzt liegt in Nordost-Grönland der grösste und am wenigsten besuchte Nationalpark der Welt. Entsprechend ambitioniert war das Vorhaben, in einer zwölfköpfigen schweizerisch-dänischen Expedition – der «Leister Expedition Around North Greenland 2021» – die nördliche Hälfte von Grönland mit Helikopter und einem kleinen Flugzeug – einer Twin Otter – zu umrunden.
Die Expedition hatte unter anderem zum Ziel, extreme Lebensräume zu untersuchen, zum Beispiel Pflanzen und Bodenlebewesen im höchsten Norden oder auf Berggipfeln, die aus dem Grönländischen Eis aufragen, sogenannte Nunataqs. Diese Grenzen des Lebens zu erforschen, ist auch wichtig, um Veränderungen, insbesondere in Zeiten des Klimawandels, zu verstehen. So waren wir gespannt, welches die nördlichste Pflanze unseres Planeten sein würde. Interessanterweise war es ein Steinbrech, und zwar dieselbe Art, die auch in den Alpen den Höhenrekord hält, nämlich auf dem Gipfel des Doms auf etwa 4500 Metern Höhe.