Etwas Gemeinsames für alle mit einem Lied schaffen
Wenn das französische Nationalorchester Ravels «Bolero» aus dem Homeoffice auf Youtube postet, tönt das fantastisch. «Was die Profis können, das können die engagierten Chorsängerinnen und -sänger auch», dachten sich Mi-Helen Müller-Trautmann und Susanne Leuppi vom Songline Chor Ennenda. Sie ermuntern derzeit Glarner Sängerinnen und Sänger dazu, bei ihrem Projekt Chorona-Klang im Glarnerland mitzumachen. Dies, um ein musikalisches Zeichen der Solidarität zu setzen, wie sie in ihrem Brief an alle Glarner Chöre schreiben.
Ein weiterer Corona-Song soll es aber nicht werden. Ausgesucht hat die Dirigentin des Songline Chors einen einstimmigen Kanon aus Israel. Übersetzt heisst es in dem Psalm «Siehe, wie fein und lieblich ist es, dass Menschen einträchtig beieinander wohnen.» Dies passe zur heutigen Situation auf der ganzen Welt.
Aufgefordert werden die Glarner Sängerinnen und Sänger, in rhythmischer Präzision das Lied zu Hause zu singen, als Video aufzunehmen und an die Initiantinnen zu senden.
Frau Müller-Trautmann, Sie starten als Dirigentin des Songline Chors Ennenda diese Woche ein spezielles Projekt für alle Glarner Chöre. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
Mi-Helen Müller: Das ist keine Neuerfindung von mir. Viele Orchester und Chöre machen dies zurzeit. Ich leite selber einen Chor und habe gemerkt, wie sehr das gemeinsame Singen vermisst wird. Und so habe ich mir überlegt, mit digitalen Medien etwas zu machen.
Wie haben Sie dafür das passende Lied gefunden?
Es sollte ein Lied sein, das Sinn macht und einfach ist, also eines, das sich die Sängerinnen und Sänger selbst beibringen können und das ich für sie auf dem Klavier begleiten kann.
Wie sind Sie konkret auf den israelischen Kanon gekommen?
Dieser ist sehr stimmungsvoll und gehört bereits zum Repertoire meines Chors.