Es knallte wieder
Zumindest subjektiv empfunden, knallte und lärmte es zum Jahreswechsel im städtischen Zentrum fast wie zu «guten alten Zeiten». In Wellen wurden von einigen Stellen aus ganze Batterien von Feuerwerkskörpern in den nächtlichen Himmel geschickt. Dennoch ist die mit der Durchsetzung des Feuerwerksverbots betraute Kantonspolizei zufrieden mit dem Verlauf der Nacht: «Wir können der Davoser Bevölkerung sowie den Gästen in Davos ein gutes Zeugnis ausstellen. Sie haben auf das Abbrennen von Feuerwerken auch in der Nacht auf Neujahr grossmehrheitlich verzichtet», antwortet Mediensprecher Markus Walser auf eine Anfrage der DZ. Trotz der vielfachen Übertretung des Feuerwerksverbots ging bei der Polizei lediglich ein einziger Hinweis ein. «Eine Patrouille im Raum der Gemeinde Davos begab sich unverzüglich an den durch die meldeerstattende Person bezeichneten Ort. Zu diesem Zeitpunkt war dieser jedoch bereits durch die fehlbaren Personen verlassen.» Wären sie dort noch angetroffen worden, hätte sie eine Ordnungsbusse für «Unbewilligtes Abbrennen von Feuerwerk» über 100 Franken erwartet. Doch wie bereits gesagt, in solchen Fällen kommt die Polizei meistens zu spät. Dennoch hält sie an ihrer Aufgabe fest: «Einzelne unbelehrbare Personen wird es auch in Zukunft immer wieder geben. Missachtungen gegen das unbewilligte Abbrennen von Feuerwerken wird die Kantonspolizei Graubünden auch in Zukunft nicht tolerieren.» Zentral ist für sie jedoch eine lückenlose und gute Information über das Feuerwerksverbot bei der Bevölkerung.
Die Gemeinde evaluiert
Diese wurde im Vorfeld von der Gemeinde wahrgenommen. «Das Feuerwerksverbot wurde im Vorfeld des Silvesters mehrfach durch die Gemeinde in der Davoser Zeitung publiziert», erklärt Landammann Philipp Wilhelm auf Anfrage. Das habe bei der Bundesfeier sehr gut geklappt. «Die Durchsetzung wird dann schwierig, wenn viele Gäste hier sind, die zum ersten Mal in Davos weilen und weder das Verbot kennen, noch die Davoser Zeitung lesen, noch unsere Homepage konsultieren.» Hier sei man auf die Sensibilisierung durch die Gästebetreuung beziehungsweise die Unterbringer angewiesen. «Wie üblich wird sich der Kleine Landrat vom zuständigen Departement über die Vorkommnisse informieren lassen mit einer Einschätzung der Lage und über die Wirksamkeit der getroffenen Massnahmen. Ob weitere Massnahmen notwendig und wenn ja, welche überhaupt zielführend sind, wird wesentlich von dieser Einschätzung abhängen», sagt Wilhelm. Der zuständige Departementsvorsteher Jürg Zürcher doppelt nach: «Wo das Verbot übertreten wurde, geschah es sicherlich aus Unwissenheit. Da müssen wir uns überlegen, wie wir die Kommunikation verbessern können.» Eine deutliche Verbesserung der Feinstaubwerte stellt der Umweltbeauftragte der Gemeinde Men Dellagiovanna fest: «Es gibt eine Zunahme in der Neujahrsnacht. Diese ist allerdings nicht alleine auf Feuerwerk zurückzuführen, denn jeder Verbrennungsvorgang erzeugt Feinstaub. So etwa auch Feuerschalen oder Bengalische Zündhölzer.»