«Es geht nicht anders»
Worum geht es? Bisher war es so, dass nach Schneefällen der Schnee auf den Hauptverkehrsachsen von Pflügen zusammengeschoben, mit Schleudern auf Lastwagen verladen und anschliessend zur Deponie abgeführt wurde. Die Seitenstrassen kamen jeweils an den darauf folgenden Tagen dran. Der liegengelassene Schnee verdichtete sich auf den Strassen und Gehwegen zu einem harten Panzer, auf dem gut Fahren und Gehen war. Doch irgendwann, bevorzugt erst gegen Frühjahr, musste auch dieser Eispanzer aufgebrochen und abgeführt werden. Dazu besitzt die Gemeinde schweres Gerät, das dann tagelang unterwegs ist. «Weiss räumen», heisst diese Methode.
Andere Zeiten
Über die Schneeräumung wird in Davos diskutiert, seit es Schnee gibt, und man passte sich schliesslich immer den äusseren Bedingungen und den aktuellen Bedürfnissen an. Solange es noch «richtige» Winter gab, in denen die Temperaturen wochenlang deutlich unter dem Gefrierpunkt verharrten und auch der Autoverkehr noch überschaubar war, funktionierte das eingangs beschriebene Sze-nario einwandfrei. Zunehmend ist es aber so, dass es auch im Januar nur noch nachts richtig kalt wird. Tagsüber, und besonders da, wo die Sonne hintrifft, steigen die Temperaturen inzwischen gerne deutlich über die Null-Grad-Grenze. Entsprechend stark verändern sich die Bedingungen. Was morgens noch eine einigermassen gangbare Schnee-Eis-Mischung ist, taut tagsüber zu Matsch auf und wird abends zur Eisfläche. Daher müssen die Schneeräumungsequipen vom eingangs beschriebenen Vorgehen abweichen. Aktuell prognostizierten die Meteorologinnen nach den intensiven Schneefällen jeweils einen Wärmeeinbruch. «Wir entschieden daher, die Strassen schwarz zu räumen», berichtet Gurini. Am Donnerstag wurde nach der Initialräumung vom Morgen am Mittag mit dem Schwarzräumen der Strasse begonnen. Bis zum Abend war die Promenade sowie die Talstrasse und auch ein Stück der Dorfstrasse fertig. Der erwartete Wärmeeinbruch habe ihnen keine andere Wahl gelassen, erklärt Gurini. Ansonsten hätte der liegen gelassene Schnee die Strasse innert kürzester Zeit in ein Kraterfeld verwandelt, das früher oder später mit viel Aufwand doch noch hätte geräumt werden müssen. «Wir schafften an diesem Nachmittag, wozu wir sonst fünf Tage brauchen», sagt Gurini.