«Es bleibt bei der Glasflasche»
Von Sara Marti und Nicole Nett
Ein guter Tropfen Wein wird in der Regel aus der Glasflasche konsumiert. Doch genau diese Flaschen sind momentan ein rares Gut. Walter Fromm, Rebbaukommissär vom Plantahof, war in Kontakt mit den Glasproduzenten. Gegenüber Radio Südostschweiz sagt er: «Durch die Coronapandemie sind bereits Engpässe entstanden. Die Glasproduzenten brauchen länger, bis sie wieder auf die volle Produktion kommen.» Der Ukrainekrieg unterstütze dieses Hochfahren nicht. Denn eine Flaschenherstellung brauche viel Energie. Der Krieg sorgt in diesem Bereich für Engpässe.
Die Winzer sind gefordert, dass sie eventuell auf alternative Weinflaschen umstellen müssen.»
Walter Fromm, Rebbaukommissär Plantahof
Akut ist die Situation derzeit noch nicht, so Fromm. «Die Bedürfnisse nach Flaschen können nach wie vor befriedigt werden.» Allerdings sollten die Winzerinnen und Winzer achtsam sein. «Die Winzer müssen sich darauf vorbereiten, dass sie eventuell auf alternative Weinflaschen umstellen müssen.» Je nachdem hätte eine Flasche dann eine andere Farbe oder eine leicht angepasste Form. Auf eine Alternative umzustellen, wie zum Beispiel Tetrapak, schliesst Fromm aus. «Tetrapak kommt für unsere Art von Wein, der eher lagerfähiger ist, nicht infrage.» So soll es bei der Glasflasche mit derselben Grösse bleiben. Und ausserdem: «Der Ruf bedeutet bei uns in Graubünden sehr viel», fügt Fromm hinzu. Dennoch bringe es nicht viel, wenn ein Konsument eine Flasche dem Weinbauer zurückbringt. «Die Winzer wollen ihre eigenen Flaschen. Das würde einen Mehraufwand bedeuten.» Nur schon, weil sich die Etiketten nicht gut entfernen lassen.