Erst sanieren, dann finanzieren
Am 5. November 2016 vermeldete die «Südostschweiz»: «Im Spöl sind unterhalb der Stauanlage in Zernez Spuren des Umweltgifts PCB gefunden worden. Eine unmittelbare Bedrohung besteht laut Kanton nicht. Es ist nicht der erste Zwischenfall am Spöl.» Seither sind beinahe 4 Jahre vergangen. Einige Bereiche des Flusses konnten mittlerweile gereinigt werden. Diese Reinigung geriet allerdings ins Stocken, weil sich niemand für die Kosten von 15 Millionen Franken verantwortlich fühlt.
Wie das SRF Regionaljournal nun berichtet, soll dies nicht länger Grund sein, die Arbeiten ruhen zu lassen. Das Amt für Natur und Umwelt, die Engadiner Kraftwerke – Besitzerin der Staumauer – und der Schweizerische Nationalpark hätten eine «Verständigungsvereinbarung» ausgearbeitet. Diese hält fest, dass der Bach gereinigt werden soll, auch wenn die Kostenfrage noch nicht geklärt sei.
Gleichzeitig hätten sich die Engadiner Kraftwerke bereiterklärt, in den kommenden drei Monaten ein Sanierungsprojekt auszuarbeiten sowie dieses vorzufinanzieren, «ohne Anerkennung einer Rechtspflicht», berichtet das SRF weiter. Diese Idee ist nicht neu, wie folgender Beitrag von Radio Südostschweiz vom vergangenen Herbst zeigt.
Keine Lösung in Sicht: Der Fluss Spöl bleibt teils giftig
Wie das Regionaljournal weiter schreibt, könne man unter der Voraussetzung, dass alle Partner mit dem vorgelegten Vorschlag einverstanden sind, bereits nächstes Jahr mit der Sanierung fortfahren. Somit wäre der Fall Spöl 2022 erledigt – zumindest was das Gift im Fluss betrifft. Es heisst nämlich, dass diesen Massnahmen jahrelange Rechtsstreitigkeiten folgen könnten, da zur Kostenfrage nach wie vor kein rechtskräftiger Entscheid vorliegt. (mma)