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Leben & Freizeit

Zivildienstleistende restaurieren Trockenmauern im Engadin

Südostschweiz
11.07.2023, 16:46 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Einst wurden sie grösstenteils von Bauern erbaut, die Steine aus ihren Wiesen und Äckern entfernten, heute gelten sie als Kulturgut und als Zeugen traditioneller Handwerkskunst. Die Rede ist von Trockenmauern. Eine solche steht heute noch in Guarda oberhalb der «Via Maistra». 

Diese sei jedoch stark beschädigt, schreibt die Stiftung Umwelteinsatz (SUS) in einer Mitteilung. Die seit 1976 bestehende Stiftung restauriert seit rund zwei Wochen gemeinsam mit Zivildienstleistenden im Auftrag der Stiftung Pro Terra Engadina die beschädigte Stützmauer in Guarda. Die Arbeiten dauern gemäss Mitteilung noch bis zum 21. Juli. Danach folgen umfängliche Sanierungsarbeiten an einer zweiten Stützmauer unterhalb der ehemaligen Siedlung «Gonda» – am Rande von Lavin.

Was sind Trockenmauern?
Trockenmauern bestehen aus Natursteinen, welche ohne Mörtel aufeinandergeschichtet werden. Die Steine werden mithilfe einer entsprechenden Bautechnik so gestapelt, dass eine stabile Mauer entsteht. Man unterscheidet zwischen frei stehenden Mauern und Stützmauern, wie das kantonale Amt für Natur und Umwelt schreibt. Trockenmauern sind wertvolle Landschaftsstrukturen und wichtige Lebensräume für eine Vielzahl von Kleintieren. Sie erzählen eine Geschichte der ehemaligen und heutigen Landnutzung.

Gemeinsames Engagement für traditionelles Handwerk 

Die Restaurierungsarbeiten tragen dazu bei, dass die Bauwerke ihre Funktionen als Grenz- oder Stützmauern wiedererlangen, wie es weiter heisst. Zudem wird die Vielfalt an lokalen Lebensräumen für Flora und Fauna gefördert. «Unser Engagement ist für die Erhaltung des bedeutsamen Kulturgutes und des Landschaftsbildes sehr wichtig», wird Nicolas Ilg, der bei der SUS für den Bereich Trockenmauern verantwortlich ist, in der Mitteilung zitiert. 

Die SUS und die Stiftung Pro Terra Engiadina arbeiten seit mehreren Jahren gemeinsam an Projekten dieser Art. Die Zusammenarbeit bewahre für die Region typische Kulturlandschaften, fördere gleichzeitig aber auch die Biodiversität, die Qualität der Landschaft sowie die Weitergabe einer traditionellen Baukunst, heisst es seitens Angelika Abderhalden, Geschäftsleiterin der Stiftung Pro Terra Engiadina.

Laut Mitteilung sind die Projekte nur möglich durch die finanzielle Unterstützung des Kantons Graubünden, des Fonds Landschaft Schweiz und des Bundesamtes für Zivildienst. (red)

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