Davosersee hat keine Priorität
Im Auftrag des Bundes erstellte der Kanton Graubünden eine Übersicht über mögliche ökologische Aufwertungen bei Seen, die grösser als fünf Hektaren sind. An diese Übersicht gekoppelt ist die Aussicht auf Fördergelder aus Bern. Von über 3000 stehenden Gewässern sei der Zustand der Ufer bei 33 Seen beurteilt worden, heisst es im Bericht. Neun davon sind Tal- und 24 Bergseen. Der grösste Teil der Bergseen – Davos und Zernez teilen sich den Schottensee – seien weitgehend unbeeinflusst, konstatiert das ANU.
Mehrere Kriterien
Untersucht wurde bei allen Seen die Uferabschnitte im Bezug auf ihre Gestaltung als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Rund zwei Drittel seien in einem guten bis sehr guten Zustand, heisst es in dem Bericht. «Der Rest weist ein Defizit auf.» Weiter wurden die Ufer auf ihre ökologische und landschaftliche Bedeutung hin beurteilt. Dabei wurde in einem Randstreifen von 65 Meter untersucht, ob hochwertige Lebensräume wie Moore, Auen, Amphibienstandorte oder Wiesen mit vom Aussterben bedrohten Arten vorhanden sind. Ausserdem wurde die Topografie angeschaut und auf vorhandene Anlagen untersucht. Dabei wurde auch gleich eine Einschätzung vorgenommen, wie schwierig oder einfach diese zu entfernen sind. Berücksichtigt wurde auch die Absenkung des Wasserpegels durch die Nutzung in Kraftwerken.
Dennoch kommt man beim Davosersee zum Schluss: «Der Davosersee ist während der Vegetationsperiode gefüllt und wird über den Sommer nicht abgesenkt. Hier hätten deshalb Schüttungen, womit Standorte für Ufervegetation geschaffen würden, einen hohen Nutzen. Dort, wo Massnahmen möglich sind, wurde daher der Nutzen für Natur und Landschaft höher eingestuft.» Beurteilt wurde in erster Linie der Uferbereich von der Liegewiese beim Seeparkplatz über den Seebüel bis zur Hawaii-Bucht. Vorgeschlagen werden dort Flachuferbereiche, verbunden mit dem Anlegen von Ufergehölzen. Auch seeseitige Schüttungen, Terrainanpassungen und die Wiederherstellung von Bacheinmündungen sollen geprüft werden.